Paid Content 2019: Dünnes Eis für Verlage?

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Das Reuters Institute prognostiziert, dass Paid Content in seiner klassischen Form sehr bald an Grenzen stoßen wird. Wir erklären, warum und wie Verlage dem begegnen können.

Die Entwicklung ist nicht neu: Printerlöse und Werbeeinnahmen der Verlage schwinden. Um diese auszugleichen, setzen viele auf Paid Content. Die Vermarktungskonzepte beschränken sich dabei jedoch klar auf die Klassiker: Freemium, Metered-Modell und harte Bezahlschranke dominieren. Die Autoren der Studie „Journalism, Media, and Technology Trends and Predictions 2019“ vom Reuters Institute for the Study of Journalism sehen genau darin eine große Gefahr für Verlage, die alles auf eine Karte setzen.

Abbildung Reuters-Institute

Quelle: Reuters Institute for the Study of Journalism

Aus Sicht der Leser wird der Zugang zu Inhalten durch die Bezahlstrategien der Verlage immer schwieriger. Diese reichen von ganzen Nachrichtenportalen hinter Paywalls bis hin zu abgestuften „Mitgliedschaftsmodellen“ für bestimmte Themenbereiche oder Power-User. Der geneigte Leser, der bisher bereit war, den Weg in die Bezahlinhalte mitzugehen, könnte bald an die Grenzen seiner Toleranz stoßen. Im schlimmsten Fall beginnt er, Paid Content ganz zu boykottieren.

Was, wenn Leser für Inhalte nicht mehr zahlen wollen?

Die Akzeptanz für Paid Content könnte sehr schnell schwinden. Dadurch würden in vielen Verlagen dringend notwendige Einnahmen fehlen. Die Folge könnte laut Reuters Institute die „größte Entlassungswelle für Journalisten seit Jahren“ sein.

Die Autoren der Studie empfehlen deshalb, dass Verlage sich möglichst breit aufstellen und einen Mix an Einnahmequellen entwickeln. Denn nur so ist es möglich, Fehlentwicklungen oder Defizite in einzelnen Bereichen frühzeitig auszugleichen. In diesen Mix gehören aus unserer Sicht neben Display und Native Advertising, Paid Content, Veranstaltungen, Content-Dienstleistungen und Weiterbildungsangeboten auch alternative Ansätze wie etwa Content Licensing für Geschäftskunden.

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Eine zusätzliche Gefahr könnte darin bestehen, dass Nutzer die Bezahlschranken in Nachrichtenportalen mit sogenannten Paywall-Blockern umgehen. Für gängige Browser sind bereits kostenlose Plugins erhältlich, die Javascript blockieren und so einfache Paywalls aushebeln, die keinen Login erfordern. Und das ist nur der Anfang. Man kann davon ausgehen, dass Paywall-Blocker ähnlich wie Ad-Blocker immer leistungsfähiger werden.

Paid Content neu denken

Verlage sind daher gut beraten, beim Thema Paid Content über den Tellerrand des eigenen Nachrichtenportals zu schauen. Das bedeutet nicht, die Reichweite für den eigenen Content bei Mediengiganten wie Facebook und Google zu suchen, denn damit haben viele Verlage bereits Schiffbruch erlitten. Vielmehr lohnt es sich, einen Blick auf alternative Vertriebskanäle zu werfen, die viel Potenzial versprechen, aber noch wenig verbreitet sind.

Einen solchen alternativen Vertriebskanal bietet das Content Licensing für Geschäftskunden. Contiago bietet Verlagen die komplette Infrastruktur, um redaktionelle Inhalte an Unternehmen zu vermarkten. Diese können die Inhalte, die sie von Verlagen lizensieren, in ihre eigenen Websites einbinden und so wiederum ihren Kunden einen interessanten Service bieten.

Verlage können mit Content Licensing von Contiago ein eigenes Netzwerk für den Vertrieb ihrer Inhalte aufbauen und erhalten gleichzeitig neue Reichweite jenseits von sozialen Medien. Das bedeutet jedoch nicht, dass Verlage von heute auf morgen nur auf Content Licensing setzen sollten. Es ist eher als ergänzendes Angebot zu sehen, das den Mix aus Erlösquellen um weitere Komponenten mit Potenzial erweitert. Profitieren können vor allem jene Medienhäuser, die die Chance nutzen, sich als „First Mover“ in einem wachsenden Markt von der Konkurrenz abzuheben.

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Contiago Team