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Warum Verlage jetzt auf Content Licensing setzen sollten

Contiago Blog - Content Licensing

Viele Verlage betrachten Unternehmen, die redaktionelle Inhalte produzieren, als Konkurrenz. Dabei könnten sie auch potenzielle Kunden sein. Wir zeigen in diesem Beitrag, wie Medienhäuser neue Zielgruppen erschließen können, indem sie ihre Inhalte an Unternehmen lizensieren.

Content Marketing ist ein nachweislich effektiver Ansatz, um das Vertrauen potenzieller Kunden zu gewinnen. Das erkennen immer mehr Unternehmen und stellen nützliche Inhalte in den Fokus ihrer Marketingaktivitäten. Sie produzieren Content, der für ihre Zielgruppen relevant ist, ihre Fragen beantwortet und das Unternehmen so als kompetenten und vertrauenswürdigen Partner positioniert. Diese Inhalte sind meist von hoher Qualität, weshalb viele Medienhäuser darin eine Konkurrenz für ihre eigenen Inhalte sehen. Denn nun konkurrieren ihre Angebote mit denen der Unternehmen um die Gunst der Leser. 64 Prozent der Verlage sagen laut einer Bitkom-Studie sogar, dass die klassischen Medien durch Content Marketing ihre Deutungshoheit verloren hätten.

Content Marketing verändert die Spielregeln

Contiago Blog – Content Marketing verändert die Spielregeln

 

Unternehmen benötigen regelmäßig hochwertigen Content

Doch die neuen Player im Content-Markt nur als Konkurrenz zu sehen, greift zu kurz. Denn viele Unternehmen, die Content Marketing betreiben, verfügen nicht über die nötigen Kapazitäten, um regelmäßig hochwertige Inhalte zu erstellen. So gab knapp die Hälfte der Unternehmen in einer Studie von Ligatus an, dass es ihnen an Ressourcen für das Content Marketing mangelt. Gleichzeitig wächst aber der Bedarf an hochwertigem Content. Daher greifen Unternehmen verstärkt auch auf externe Content-Quellen zurück.

Genau hier liegt die Chance für Fach- und Special-Interest-Verlage. Denn wer eignet sich besser als Content-Lieferant als jemand, der täglich fundierte und journalistisch aufbereitete Hintergrundberichte und Nachrichten produziert? Der Verband der Deutschen Fachpresse nennt in seiner Fachpresse-Statistik 4.000 Fachzeitschriften mit seit 2009 sogar leicht steigender Auflagenzahl, viele davon für technische Informationen. Laut einer B2B-Entscheideranalyse wird die Kernzielgruppe über digitale und gedruckte Fachmedien nahezu komplett erreicht (94 Prozent). B2B-Entscheider bewerten die Informationen in Fachmedien dabei als besonders glaubwürdig, objektiv und seriös, so die Analyse. Sie sind daher auch für Unternehmen, die sich an diese Entscheider richten, von großem Interesse.

Mit Content-Licensing auch Archiv-Inhalte verwerten

Verlage sollten die neue Situation daher als Chance begreifen: Unternehmen, die Content Marketing betreiben, sind nicht nur Konkurrenten, sondern auch potenzielle Abnehmer für ihre Inhalte. Über den Verkauf von Lizenzen können sie diesen ermöglichen, ihren Content für einen bestimmten Zeitraum zu nutzen – ob auf ihrer Website, im Intranet oder anderen Medien. Insbesondere so genannter „Evergreen Content“, der längerfristig aktuell ist, lässt sich hier gewinnbringend zweitverwerten. Oft schlummert dieser in den Archiven der Verlage, was eine enorme Verschwendung darstellt.

Einige Verlage wie die dfv Mediengruppe haben das Potenzial bereits erkannt und bieten Interessenten auf ihrer Website Nutzungsrechte an. Diese können jedoch nur manuell und auf Nachfrage erworben werden. Das ist für die Abnehmer mühsam und zeitaufwändig. Eine automatisierte Übernahme der Inhalte, wie sie Contiago anbietet, würde dagegen Ressourcen schonen und die Grundlage für eine längerfristige Zusammenarbeit schaffen.

Sie möchten wissen, wie genau das Modell funktioniert? Hier haben wir die Antworten auf wichtigsten Fragen rund um Content Licensing:

Was genau ist Content Licensing?

Unter Content Licensing versteht man den Austausch von Inhalten zwischen zwei Parteien. Dabei stellt der Verlag als Rechteinhaber seinen Content einem Unternehmen oder einer Organisation gegen eine Lizenzgebühr für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung. Oft handelt es sich dabei um Zweitverwertung von bereits veröffentlichten Inhalten aus einem Print- oder Online-Medium.

Was sind die rechtlichen Rahmenbedingungen?

Der Content-Käufer erwirbt das Nutzungsrecht, den lizensierten Content auf den vereinbarten Medien für einen definierten Zeitraum zu veröffentlichen. Die Urheberrechte sind davon unberührt, sie verbleiben beim Content-Ersteller. Der Content-Lizenzierung liegt ein Lizenzvertrag zu Grunde, in dem die Rechte und Pflichten der Vertragspartner festgehalten sind.

Was ist der Unterschied zu Content Syndication?

Im Zusammenhang mit Content Licensing wird häufig auch von Content Syndication gesprochen. Doch Syndizierung bezieht sich genaugenommen auf den gegenseitigen und meist kostenlosen Austausch von Inhalten, Werbeleistungen oder Traffic zwischen zwei Parteien.

Was sind die Vorteile für den Content-Käufer?

Der Abnehmer kann seinen eigenen Content um hochwertigen Premium-Content ergänzen und so einen echten inhaltlichen Mehrwert bieten. Das stärkt seine Position als Experte, trägt zur Kundenbindung bei, und führt zu besseren Conversion Raten (Lead-Generierung, Käufe) auf der Website. Zudem kann er seine eigenen Kosten für die Produktion von Content reduzieren und profitiert von der Auswahl zwischen hochwertigen Inhalten mehrerer Content-Anbieter.

Wie werden die Inhalte vertrieben?

Die Inhalte können zum einen direkt über einen Content-Shop auf der Website des Anbieters vertrieben werden. Zum anderen besteht die Möglichkeit, Inhalte regelmäßig über einen B2B-Marktplatz wie Contiago zu beziehen: Verlage, Redakteure, Agenturen und Blogger bieten auf der Content-Plattform ihre Inhalte an. Unternehmen, Verbände und Netzwerke wählen daraus die zu ihren Kunden passenden Themen aus.

Was sind die Vorteile für Verlage?

Mit B2B Content Licensing erreichen Verlage ein Publikum, das im Gegensatz zum Endkunden bereit ist, für digitale Inhalte zu zahlen. Nämlich Unternehmen, die ihren Websitebesuchern einen Mehrwert bieten wollen. So können Verlage mit vorhandenen Inhalten zusätzliche Umsätze erzielen. Evergreen Content, der ungenutzt in den Archiven schlummert, wird so gewinnbringend wiederverwertet. Dabei behält der Verlag jederzeit die volle Kontrolle über seine Inhalte und erhält zudem wertvolle Informationen darüber, wie seine Inhalte genutzt werden.

Content Licensing im Vergleich zu anderen Vertriebsmodellen: Vor- und Nachteile

Contiago Blog – Content Licensing im Vergleich zu anderen Vertriebsmodellen

 

Digitaler Content-Vertrieb: Was spricht für die eigene E-Commerce-Plattform?

Digitaler Content Vertrieb: Was spricht für die eigene E-Commerce-Plattform?

Händler oder Direktvertrieb? Im digitalen Zeitalter stellt sich diese Frage für Verlage erneut. Sollen sie die Reichweite etablierter Online-Kioske nutzen oder ihre Inhalte über eine eigene Plattform vertreiben und so den Zugang zum Kunden selbst gestalten? Wir zeigen auf, welche Vorteile ein eigener Content-Shop bietet.

Über welche digitalen Plattformen bringt man seine Inhalte möglichst gewinnbringend an die Leser? Das ist die alles entscheidende Frage, die die Verlagsbranche schon seit geraumer Zeit bewegt. Kaum ein Kongress, an dem das Thema Digitalvertrieb nicht diskutiert wird. Doch die passende Lösung scheint bisher noch nicht gefunden. Zwar versprechen Blendle, Readly, United Kiosk und andere Anbieter den Verlagen zusätzliche Reichweiten und Umsätze. Doch um die Verluste aus dem Printgeschäft auszugleichen, reichen die Einnahmen bisher nicht aus. Zudem befürchten viele Verlage, die Kontrolle über die eigenen Inhalte zu verlieren, wenn sie diese über Drittanbieter vertreiben.

Jeder muss seinen Weg finden

In der Tat ist es nicht einfach, die richtige Lösung zu finden. Denn für jedes Medienhaus kann die Antwort anders aussehen. So mag ein Online-Kiosk wie Blendle für den tagesaktuellen Qualitätsjournalismus gut funktionieren, für andere Segmente ist der eigene Content-Shop der lukrativere Weg zum Kunden. Selbst der klassische Zeitschriften- oder Buchhandel kann weiterhin sinnvoll sein – vorausgesetzt man erreicht dort seine Zielgruppe. Denn genau darum geht es: Verlage müssen sich bewusst machen, wo ihr Publikum unterwegs ist. Und es dann mit den passenden Produktkonfigurationen genau dort ansprechen.

Ebner Verlag setzt auf eigene E-Commerce-Plattform

Ein Verlag, der sich für den Direktvertrieb entschieden hat und damit sehr erfolgreich ist, ist der Ebner Verlag. Das Medienhaus begann vor drei Jahren, eine eigene E-Commerce-Plattform aufzubauen. Ziel war es, die hohe Reichweite in den B2B- und Special-Interest-Zielgruppen auch in Mehrgeschäft umzuwandeln. Heute verkauft der Verlag über seinen Content-Shop alle seine Produkte: klassische Zeitschriften als Einzelheft und im Abonnement, Veranstaltungstickets, diverse physische Produkte sowie digitale Downloads. Letztere können Einzelartikel sein, komplett digitalisierte Hefte oder aus zweitverwerteten Inhalten neu gebündelte eDossiers. Ein solch breites Produktspektrum nebeneinander anbieten zu können, ist für Geschäftsführer Gerrit Klein einer der wesentlichen Vorteile eines eigenen Content-Shops. Daneben stehen für ihn zwei weitere Aspekte im Fokus, die er in einem Artikel für das Magazin DNV beschreibt:

1) Integration in andere Publishing-Aktivitäten

Jedes Produkt im Content-Shop kann mit „Tags“ versehen werden und lässt sich so in den verschiedenen Portalen oder Newslettern des Verlags bewerben. Algorithmen definieren dabei, wann welches Produkt beworben wird. So wird in Echtzeit genau die Botschaft angezeigt, die thematisch zum gerade genutzten Inhalt passt. Die Wahrscheinlichkeit, dass das beworbene Produkt auch im Shop gekauft wird, ist dabei deutlich höher als bei beliebigen Werbebotschaften.

2) Volle Kontrolle über die Inhalte

Im eigenen Shop kann der Verlag selbst entscheiden, was er wann, wo und wie anbietet. Er kann die Präsentation der Produkte so optimieren, dass die beste Conversion erreicht wird, seine Preise an der Nachfrage orientieren und Angebote zu bestimmten Zeiten in den Vordergrund rücken. Grundlage für solche Anpassungen sind die Nutzungsdaten, die über den Shop kontinuierlich generiert und professionell ausgewertet werden.  „Im E-Commerce sind solche gelernten Optimierungen längst Standard. Für traditionelle Verlage allerdings durchaus eine eher fremde Welt“, so Gerrit Klein.

Daten sind die neue Währung in der Verlagswelt

Informationen über das Nutzerverhalten sind zu einem wichtigen Erfolgsfaktor geworden. Das betonte auch Hubert Burda auf der diesjährigen VDZ Publishers‘ Night: „Die Reichweite als Währung ist am Ende angekommen. Die neue Währung sind Daten.“ Einige Medienexperten bezweifeln zwar, dass die Reichweite wirklich so drastisch an Bedeutung verliert. Doch die Bedeutung von Kundendaten für den Erfolg ist unumstritten. Nur wer das Nutzungsverhalten seines Publikums kontinuierlich und professionell auswertet, kann das eigene Angebot gezielt an den Bedürfnissen ausrichten. Für „Pure Player“ wie Google und Facebook ist das keine neue Erkenntnis, doch in der Verlagsbranche scheint sie gerade erst anzukommen. Möglich ist das natürlich nur, wenn man als Verlag auch die volle Kontrolle über seine Inhalte – und die Daten – besitzt.

Shop-Software für Verlage: Cloud-Services im Vorteil

Um einen eigenen Content-Shop aufzubauen, können Verlage auf Systeme zurückgreifen, die speziell für ihre Branche entwickelt wurden. Dabei empfiehlt es sich, eine solche E-Commerce-Lösung in der „Cloud“ zu nutzen statt sich das System ins Haus zu holen. Denn Installation, Anpassung und Betrieb sind oft sehr zeit- und kostenaufwändig. Software, die in einer Cloud gehostet wird (auch „Software-as-a-Service“ genannt) hat dagegen den Vorteil, dass sie ohne hohe Investitionen schnell genutzt werden kann. Zudem kann man bei Cloud-Anbietern zusätzliche Service- und Supportleistungen mitnutzen. Verlage, die sich beispielsweise für den Content-Shop von Contiago entscheiden, können damit ihre Inhalte im eigenen Shop unter eigenem Namen vermarkten. Gleichzeitig wird der Content aber auch in der Contiago Content Lounge, dem B2B-Marktplatz für digitalen Content, veröffentlicht. Und das ganz ohne zusätzliche Kosten. So werden zwei Vertriebswege gleichzeitig genutzt, was zusätzliche Reichweite bringt.

Fazit

Dass es sich lohnt, den Content-Vertrieb in die eigene Hand zu nehmen statt auf Distributoren und Aggregatoren zu setzen, zeigt der Ebner Verlag: Ganze 86% der eingegangenen Bestellungen kamen 2015 über den Shop, der Shop-Umsatz wuchs um 99,7%. Bei der Wahl der Lösung sind flexible und kostengünstige Cloud-Lösungen empfehlenswert, über die man idealerweise auch weitere Kanäle bespielen kann. Denn erfolgreich werden letztlich jene Verlage sein, die die unterschiedlichen Vertriebswege für ihre User optimal kombinieren: eigene Content-Shops, digitale Kioske wie Blendle, Distributionsplattformen wie Facebook Instant Articles und B2B-Plattformen wie Contiago.

Quellen und weitere Informationen:

Der shop-zentrierte Verlag – Ein Artikel von Gerrit Klein im Magazin DNV
Nutzerorientierte Erlösmodelle für Paid Content

 

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Mobile Publishing: Der Kampf um die Gunst der Generation Y

Mobile Publishing: Der Kampf um die Gunst der Generation Y

Um junge Leser zu erreichen, setzen immer mehr Verlage auf mobile Apps. Derzeit bekommen sie jedoch Konkurrenz von Facebook, Google oder Blendle. Werden damit die Verlags-Apps überflüssig?

Wenn sich junge Menschen heute online informieren, dann tun sie dies in erster Linie über ihr Smartphone: Mehr als zwei Drittel der 18- bis 24-Jährigen nutzt mobile Endgeräte, um auf Nachrichten zuzugreifen. Zu diesem Ergebnis kommt der „Reuters Institute Digital News Report“ 2016 (PDF-Download), den das Hans-Bredow-Institut für Medienforschung kürzlich veröffentlicht hat. Zwar greifen die meisten mobilen Nutzer (47 Prozent) noch über Suchmaschinen auf Nachrichten zu, doch gleich an zweiter Stelle rangiert mit 27 Prozent der Zugriff über Apps.
Angesichts der großen Beliebtheit von mobilen Inhalten ist es kein Wunder, dass immer mehr Verlage im Mobile Publishing nicht nur auf E-Paper-Ausgaben, sondern auch auf mobile Apps setzen, um junge Leser zu erreichen: Mehr als 600 Zeitungs-Apps hat der BDZV für das Jahr 2015 gezählt. Mobile Publishing ist für Verleger zu einem entscheidenden Baustein geworden, um auf dem hart umkämpften Zeitungsmarkt zu bestehen.
Die Vorteile einer mobilen App sind dabei klar: Die digitalen Inhalte sind für das Lesen über das Smartphone optimiert und größtenteils individuell konfigurierbar: Es wird nur das angezeigt, was den Nutzer interessiert. Auch der schnelle Push-Service ist für den Nutzer bequem: Sobald eine neue Nachricht veröffentlicht wird, meldet sich das Smartphone.

Erfolgsfaktoren: Usability und passendes Bezahlmodell

Viele Verlage können allerdings mit den technischen Innovationen in Sachen Apps nicht Schritt halten. Vor allem die Usability ist aber für die Akzeptanz durch die Leser entscheidend. Sie sollte einfach und intuitiv sein und den Leser schnell zu den Inhalten bringen, die ihn interessieren. In der Praxis ist die Nutzerführung allerdings oft schlecht oder die Inhalte sind nicht optimal für die mobile Nutzung aufbereitet. Zudem müssen Apps für alle Endgeräte und Betriebssysteme optimiert und regelmäßig aktualisiert werden, was einen hohen Entwicklungsaufwand für Verlage mit sich bringt.
Eine weitere Hürde auf dem Weg zur gelungenen, mobilen Lösung ist die Frage der Monetarisierung von Inhalten. Denn die Akzeptanz, für digitale Inhalte zu bezahlen, ist hierzulande noch immer gering: Nur 7 bis 8 Prozent der im oben genannten „Digital News Report“ befragten Internetnutzer haben im Laufe des vergangenen Jahres Geld für Nachrichten im Internet bezahlt. Und auch Einnahmen durch mobile Werbung sind überschaubar, denn sie ist bei Nutzern nicht gerne gesehen.

Der Trend: Nachrichten über soziale Medien

Beim Konsum von Nachrichten spielen soziale Medien eine immer größere Rolle: Jeder fünfte Internetnutzer wird über soziale Netzwerke auf journalistische Artikel und Berichte aufmerksam. Acht Prozent nutzen sogar ausschließlich Nachrichten über soziale Medien, um sich zu informieren. Bei den 18- bis 24-Jährigen ist Facebook dabei die am häufigsten genutzte Quelle (39 Prozent). Diesen Trend haben Internetriesen wie Facebook und Apple längst erkannt und bieten eigene News-Apps an, über die ihre Nutzer Nachrichten direkt innerhalb der Plattform lesen können. (Mehr über Facebook Instant Articles hier im Blog).

Bedeuten Instant Articles & Co. das Ende für die Verlags-Apps?

Die neuen Angebote von Facebook & Co., aber auch Online-Kioske wie Blendle, könnten sich zu einer ernstzunehmenden Bedrohung für Verlags-Apps entwickeln. Denn warum sollte ein Nutzer diverse, teilweise kostenpflichtige Apps installieren, wenn er beispielsweise über Facebook Instant Articles dieselben Inhalte auf seine persönlichen Interessen zugeschnitten und kostenlos in einer einzigen App beziehen kann? Aus Nutzersicht sind die neuen Plattformen somit sehr attraktiv. Ob sie die Verlags-Apps obsolet machen, bleibt allerdings abzuwarten. Fest steht jedoch: Die Verlage werden nicht umhin kommen, die neuen Plattformen in ihre Digitalstrategie zu integrieren, wenn sie neue, jüngere Zielgruppen erreichen wollen.

Dabei ist es jedoch ratsam, flexibel zu bleiben, um die volle Kontrolle über die eigenen Inhalte zu behalten und schnell auf Marktveränderungen reagieren zu können. Kommen beispielsweise neue Angebote hinzu, sollten sich diese ohne erneute technische Anpassungen schnell integrieren lassen. Über Plattformen wie Contiago ist dies problemlos möglich. Hier können Verlage eine Vielzahl an Kanäle gleichzeitig bespielen: den eigenen Content-Shop, Apps von Drittanbietern und die Contiago Content Lounge, die Unternehmen, Verbänden und Netzwerke mit Inhalten beliefert. Für diesen lukrativen Markt der Business-Abnehmer steht zukünftig auch eine App zur Verfügung. Diese bietet – anders als Facebook oder Blendle – nicht nur eine komfortable Lesefunktion, sondern auch die Möglichkeit, die Inhalte rechtskonform für die Nutzung auf der eigenen Webseite zu lizenzieren. So erschließen sich für Verlage zusätzliche Einnahmequellen und Kundenbeziehungen.

Fazit:

Mobile Publishing ist heute ein wichtiger Vertriebsweg für Verlagsinhalte. Mit den neuen Playern wie Facebook, Google und Apple wird der Kampf um die Gunst der Leser jedoch härter. Wer den Anschluss nicht verpassen will, muss schnell agieren, und auf Plattformen setzen, die sowohl die nötigen Einnahmen bringen, als auch Flexibilität und Kontrolle über die Inhalte wahren.

Quellen:

Digitale Distribution: Kein Spielfeld für Verlage (internetworld.de)
Die Generation Y wendet sich von den Nachrichten ab (zeit.de)
Reuters Institute Digital News Survey 2016 – Ergebnisse für Deutschland (PDF-Download)

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Shop-Betrieb für Verlage, Paid Content

Content-Shops sind der neuste Trend in der Vermarktung redaktioneller Inhalte. Sie könnten den Verlagen zu neuem Selbstbewusstsein und Unabhängigkeit verhelfen. Beispiele erfolgreicher Medienhäuser zeigen, wohin der Trend geht.

Paid Content war der Hype der letzten Jahre und Hoffnung vieler Verlage, in einer digitalen Welt endlich Geld mit redaktionellen Inhalten zu verdienen. Doch nach dem Hype folgte bald die Ernüchterung: Denn Leser sind hierzulande nicht bereit, für digitale Inhalte zu bezahlen: Nur etwa jeder Zehnte will für Informationen im Netz Geld ausgeben. Und wenn kein Wunder geschieht, wird sich daran auch so schnell nichts ändern. Nicht umsonst ruht die Hoffnung der Verlage daher auf neuen Distributionswegen wie etwa Instant Articles von Facebook oder Online-Kiosken wie Blendle, die Zugang zu neuen Lesern versprechen. Auch die Vermarktung von Inhalten an Unternehmen ist ein Ansatz, den viele Verlage ausprobieren, um über eine Zweit- oder Drittverwertung ihrer Inhalte Gewinne zu realisieren.

In der aktuellen Diskussion um die neuen Heilsbringer bleibt ein klassischer Ansatz im Content-Vertrieb erstaunlicherweise nahezu unbemerkt: der eigene Online-Shop. Darüber lassen sich sowohl gedruckte als auch digitale Inhalte verkaufen – ein entscheidender Vorteil gegenüber Facebook & Co., wenn es Verlagen darum geht, ihre Inhalte zu monetarisieren.

„Das Shop-Konzept löst den klassischen Vertrieb ab.“ – Gerrit Klein, Ebner Verlag

Ein Content-Shop kann entweder dazu dienen, Printinhalte zu vermarkten, oder als Marktplatz für digitale Inhalte ein Angebot für Konsumenten und Unternehmen bieten, wie die folgenden zwei Beispiele zeigen.

Content-Shop für Leser verschiedener Fachrichtungen: Ebner Verlag

Der Ebner Verlag produziert Inhalte für verschiedene Zielgruppen und Branchen, darunter freiwillige Feuerwehren, Musiker, Grafikdesigner, Drucker, Liebhaber mechanischer Luxusuhren, Steinmetze, Optiker und andere. Und das in gedruckter Form, aber auch online über mehrere Portale, Blogs und soziale Medien. Die hohe Reichweite über diese Vielzahl an Kanälen konnte der Verlag jedoch nicht in Mehrgeschäft umwandeln. Das bewog das Unternehmen dazu, einen eigenen Distributionskanal zu entwickeln.

Feuerwehr Magazin, Rettungs Magazin

Abbildung: Shop unter feuerwehrmagazin.de

Heute betreibt der Verlag für jedes seiner Produkte eine eigene E-Commerce-Plattform, die wesentliche Vorteile gegenüber dem klassischen Vertrieb bietet: Zum einen ist sie für Konsumenten fast überall und jederzeit erreichbar, was dem Kaufverhalten der Leser heutzutage entspricht. Zum anderen lässt sich jeder Shop und jedes Produkt nahtlos in die digitale Vermarktung über verschiedene Kanäle wie E-Mail-Newsletter und Social Media integrieren. Und anders als bei einer Verbreitung der Inhalte über Instant Articles & Co. behält der Verlag jederzeit die volle Kontrolle über seine Inhalte, da diese auf eigenen Plattformen veröffentlicht werden.

Lizenzierter Content-Shop für die Finanzbranche

Einen etwas anderen Ansatz haben Verlage wie der Finanzenverlag, der Weimer Verlag oder auch die Fonds News für die Vermarktung ihrer Inhalte gewählt: Sie lizenzieren kostengünstig und mit geringem Aufwand einen eigenen Online-Shop und die dazugehörige Vertriebs-App und bieten über diese Tools zusätzlich zum bestehenden Print- und Digitalgeschäft Nachrichten und Hintergrundinformationen als digitalen Content-Feed an. Unternehmen können diesen direkt in verschiedene Plattformen wie Webseite, Intranet, Newsletter und andere einbinden. Der Verlag stellt die hierfür nötige technische Infrastruktur als Komplettlösung zur Verfügung, sodass der Aufwand für die Unternehmen gering ist. Sie können die Inhalte, anders als bei klassischen RSS-Feeds, nach Bedarf automatisch veröffentlichen oder manuell selektieren. Abgerechnet wird pro lizensiertem Artikel oder gelesener Rubrik.

Distributionswege Verlage

Das Besondere an diesem Konzept ist, dass der Content parallel über zwei Wege vertrieben wird: im eigenen Shop und über den genannten B2B-Marktplatz für digitalen Content. So können Verlage die Reichweite ihrer Inhalte zusätzlich vergrößern.

Fazit

Erfolgreiche Beispiele zeigen, dass es sich für Verlage lohnen kann, den Content-Vertrieb konsequent in die eigene Hand zu nehmen und ihre Inhalte unter eigenem Namen statt über fremde Kanäle zu vermarkten.

Quellen und weitere Infos:

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