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Publishing 4.0: Veränderung nach dem Baukastenprinzip 

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In seiner Studie „Publishing 4.0 – Chancen, Anforderungen, Konzepte“ wirft Jörn Fahsel einen Blick in die Zukunft des Publishing. Im Gespräch mit Contiago erläutert er, wo die Reise im digitalen Publishing hingeht und wie Verlage mit agilen Prinzipien darauf reagieren können.

Contiago: Wie wird das Publishing sich in den kommenden Jahren verändern?

Jörn Fahsel: Henry Ford wollte nicht schnellere Pferdekutschen bauen, sondern mit dem Auto eine völlig neue Form der Fortbewegung schaffen. Ähnlich sind wir im Publishing an einem Punkt, wo Verlage den Übergang vom klassischen Printprodukt hin zu einer neuen Form von digitalem Content im Sinne einer Content-Dienstleistung bewältigen müssen. Das setzt ein neues Verständnis von Content selbst voraus, aber auch von den Bedingungen, unter denen Content entsteht. Ich möchte das an einigen Aspekten erläutern:

Intelligenter Content
Digitaler Content besteht nicht nur aus Text, sondern enthält zu einem großen Teil Meta-Informationen, die ihn „intelligent“ machen. Das sind vor allem semantische und pragmatische Informationen hin zum Wissen sowie Lizenzbedingungen, die es ermöglichen, dass Content automatisch an fremde Systeme „andockt“. Zum Beispiel, wenn Inhalte aus einem Fachverlag in unterschiedliche Kanäle ausgeliefert werden soll – Stichwort Multi-Channel. Und das ist nur der Anfang. Zukünftig werden Systeme wie IBM Watson eigenständig auf Inhalte aus Verlagen zugreifen und diese für unterschiedliche Zwecke das heißt pragmatisch also kontextabhängig nutzen. Künstliche Intelligenz wird in den kommenden Jahren den Umgang mit Content grundlegend verändern. Dementsprechend müssen sich Form und Informationsgehalt der Inhalte ändern.

Agile Prozesse im Verlag
Aus Multi-Channel-Publishing ergeben sich neue Anforderungen an Prozesse und Abläufe in Verlagen. Denn diese müssen deutlich flexibler werden, um sich bei Bedarf an sich ändernde Bedingungen anpassen zu können. Im Business (Prozess) Engineering haben sich hierfür bausteinbasierte Modelle etabliert. Unterstützt wird dies durch Standards wie sie beispielsweise in der Deutschen Normungsroadmap Industrie 4.0 beschrieben werden. Dadurch werden Verlage zukünftig in der Lage sein, ihre Prozesse modular aufzubauen und agil weiterzuentwickeln.

Der Konsument wird zum Prosument
Eine weitere große Veränderung ergibt sich aus dem engen Zusammenwirken von Angebot und Nachfrage im digitalen Publishing. Aus Konsumenten werden Prosumenten, die an der Entwicklung von Content selbst mitwirken: Inhalteanbieter analysieren ihr Nutzerverhalten und entwickeln nahezu in Echtzeit neue Content-Produkte, die exakt zum Bedarf passen. Das setzt voraus, dass Verlage in der Lage sind, Daten in großen Mengen zu erfassen und in neue Produkte umzusetzen. Hier kommen „Data Mining“ und „Process Mining“ ins Spiel. Das ist einigen Fachverlagen bekannt oder bereits in Anwendung. Die Herausforderung liegt hier eher darin, die nötige Bereitschaft für eine engere Zusammenarbeit mit dem Konsumenten zu entwickeln. Hier betreten Fachverlage Neuland.

Kooperation mit Wettbewerbern
Fachverlage sind auf die Zusammenarbeit mit Partnern angewiesen, wenn es darum geht, Inhalte zu entwickeln und zu vermarkten. Neben den Autoren und Vertriebspartnern werden dabei zukünftig auch Wettbewerber eine wichtige Rolle spielen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Haufe Suite, eine Plattform auf der verschiedene Verlage Fachinhalte für Unternehmen bereitstellen können. Hier werden die Inhalte semantisch angereichert und lassen sich auf der Plattform vernetzen. Fachverlage müssen lernen, mit Wettbewerbern zu kooperieren, um ihr eigenes Angebot zu ergänzen und zu optimieren. Hier ist ein Umdenken gefragt, was mit konsequenter Kundenorientierung gemeint ist.

Der Verlag als lernende Organisation
Der Fachverlag wandelt sich zum Informations- und Wissensdienstleister mit einer Reihe von neuen Funktionen und Berufsbildern im Unternehmen. Content-Ingenieure und Datenanalysten werden das Bild des Verlages prägen. Agilität, die wir in der Entwicklung neuer Produkte finden, wird auch die Bildung und das Lernen im Verlag prägen. Ziel ist es hier, die Fortbildung der Mitarbeiter konsequent am Bedarf auszurichten.

Welche Herausforderungen ergeben sich daraus für Fach- und Special-Interest-Verlage?

Verlage müssen einen grundlegenden Wandel im Unternehmen in Gang bringen und steuern. Dabei kommt es vor allem auf die Führung an, die Innovation im Unternehmen konsequent durchsetzt und nicht vortäuscht, weil Digitalisierung gerade en vogue ist. Gefragt ist echtes „Digital Leadership“.  Außerdem kommt es darauf an, das klassische Verlagsgeschäft schrittweise in die digitale Welt zu überführen. Das bedeutet: Das Printgeschäft muss als „Cash-Cow“ mindestens solange aufrechterhalten werden, bis neue digitale Geschäftsmodelle greifen. Ein Umschalten von heute auf morgen wäre aus wirtschaftlicher Sicht wie Harakiri mit Anlauf. „Es braucht eine lange Zeit, um über Nacht berühmt zu werden.“ Dieses Zitat von Michael Jackson gilt auch für die digitale Transformation von Fachverlagen.

Welche Fähigkeiten sollten Verlage schon heute entwickeln, um auf die permanente Veränderung von Kundenbedürfnissen, Wettbewerbsumfeld und Geschäftsmodellen reagieren zu können?

Der Wandel vom Verlagsobjekt hin zum Content-Service kann nur gelingen, wenn Verlage den gesamten Prozess von der Konzeption bis hin zur Auslieferung an den Leser neu denken und soweit wie möglich digital unterstützen. Die digitale Content-Journey beginnt beim Finden und Einbinden von Autoren, die kollaborativ an Ideen und Inhalten arbeiten. Für die Veröffentlichung wird der Content medienneutral in Datenbanken gespeichert, die es ermöglichen, ihn nach Bedarf zu durchsuchen und mit anderen Inhalten zu vernetzen.

Die technologischen Grundlagen für die digitale Content-Journey sollten Fachverlage heute schon entwickeln. Und zwar nach einem Bausteinprinzip, das es ermöglicht, einzelne Teile jederzeit zu erneuern und an den Stand der Entwicklung anzupassen. Denn niemand kann sagen, wohin die Reise im digitalen Publishing genau geht und welche Anforderungen sich daraus ergeben werden.

Wo stehen Fach- und Special-Interest-Verlage heute?

Viele Verlage arbeiten noch sehr klassisch. Denn warum sollte man beispielsweise ein Content-Management-System anschaffen, wenn die Umsätze auch ohne technische Neuerungen stabil sind? Angeregt durch neue Entwicklungen wie etwa onlinebasiertes Cross-Media-Publishing, beginnen Verlage erst langsam, über Digitalisierung nachzudenken und erste Schritte zu gehen. Kleinere Verlage haben hier in der Regel weniger finanziellen Spielraum und tun sich mit dem Thema Digitalisierung entsprechend schwerer. Eine digitale Transformation nach dem Baukastenprinzip ermöglicht es zukünftig auch kleinen Verlagen, notwendige Veränderungen sinnvoll zu gliedern, sodass das Unternehmen jederzeit die Kontrolle behält und handlungsfähig bleibt.

Jörn Fahsel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für E-Publishing und Digitale Märkte am Institut für Buchwissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen und Herausgeber der Studie Publishing 4.0 – Chancen, Anforderungen, Konzepte.

 

Jörn Fahsel

Jörn Fahsel

Digitaler Content-Vertrieb: Was spricht für die eigene E-Commerce-Plattform?

Digitaler Content Vertrieb: Was spricht für die eigene E-Commerce-Plattform?

Händler oder Direktvertrieb? Im digitalen Zeitalter stellt sich diese Frage für Verlage erneut. Sollen sie die Reichweite etablierter Online-Kioske nutzen oder ihre Inhalte über eine eigene Plattform vertreiben und so den Zugang zum Kunden selbst gestalten? Wir zeigen auf, welche Vorteile ein eigener Content-Shop bietet.

Über welche digitalen Plattformen bringt man seine Inhalte möglichst gewinnbringend an die Leser? Das ist die alles entscheidende Frage, die die Verlagsbranche schon seit geraumer Zeit bewegt. Kaum ein Kongress, an dem das Thema Digitalvertrieb nicht diskutiert wird. Doch die passende Lösung scheint bisher noch nicht gefunden. Zwar versprechen Blendle, Readly, United Kiosk und andere Anbieter den Verlagen zusätzliche Reichweiten und Umsätze. Doch um die Verluste aus dem Printgeschäft auszugleichen, reichen die Einnahmen bisher nicht aus. Zudem befürchten viele Verlage, die Kontrolle über die eigenen Inhalte zu verlieren, wenn sie diese über Drittanbieter vertreiben.

Jeder muss seinen Weg finden

In der Tat ist es nicht einfach, die richtige Lösung zu finden. Denn für jedes Medienhaus kann die Antwort anders aussehen. So mag ein Online-Kiosk wie Blendle für den tagesaktuellen Qualitätsjournalismus gut funktionieren, für andere Segmente ist der eigene Content-Shop der lukrativere Weg zum Kunden. Selbst der klassische Zeitschriften- oder Buchhandel kann weiterhin sinnvoll sein – vorausgesetzt man erreicht dort seine Zielgruppe. Denn genau darum geht es: Verlage müssen sich bewusst machen, wo ihr Publikum unterwegs ist. Und es dann mit den passenden Produktkonfigurationen genau dort ansprechen.

Ebner Verlag setzt auf eigene E-Commerce-Plattform

Ein Verlag, der sich für den Direktvertrieb entschieden hat und damit sehr erfolgreich ist, ist der Ebner Verlag. Das Medienhaus begann vor drei Jahren, eine eigene E-Commerce-Plattform aufzubauen. Ziel war es, die hohe Reichweite in den B2B- und Special-Interest-Zielgruppen auch in Mehrgeschäft umzuwandeln. Heute verkauft der Verlag über seinen Content-Shop alle seine Produkte: klassische Zeitschriften als Einzelheft und im Abonnement, Veranstaltungstickets, diverse physische Produkte sowie digitale Downloads. Letztere können Einzelartikel sein, komplett digitalisierte Hefte oder aus zweitverwerteten Inhalten neu gebündelte eDossiers. Ein solch breites Produktspektrum nebeneinander anbieten zu können, ist für Geschäftsführer Gerrit Klein einer der wesentlichen Vorteile eines eigenen Content-Shops. Daneben stehen für ihn zwei weitere Aspekte im Fokus, die er in einem Artikel für das Magazin DNV beschreibt:

1) Integration in andere Publishing-Aktivitäten

Jedes Produkt im Content-Shop kann mit „Tags“ versehen werden und lässt sich so in den verschiedenen Portalen oder Newslettern des Verlags bewerben. Algorithmen definieren dabei, wann welches Produkt beworben wird. So wird in Echtzeit genau die Botschaft angezeigt, die thematisch zum gerade genutzten Inhalt passt. Die Wahrscheinlichkeit, dass das beworbene Produkt auch im Shop gekauft wird, ist dabei deutlich höher als bei beliebigen Werbebotschaften.

2) Volle Kontrolle über die Inhalte

Im eigenen Shop kann der Verlag selbst entscheiden, was er wann, wo und wie anbietet. Er kann die Präsentation der Produkte so optimieren, dass die beste Conversion erreicht wird, seine Preise an der Nachfrage orientieren und Angebote zu bestimmten Zeiten in den Vordergrund rücken. Grundlage für solche Anpassungen sind die Nutzungsdaten, die über den Shop kontinuierlich generiert und professionell ausgewertet werden.  „Im E-Commerce sind solche gelernten Optimierungen längst Standard. Für traditionelle Verlage allerdings durchaus eine eher fremde Welt“, so Gerrit Klein.

Daten sind die neue Währung in der Verlagswelt

Informationen über das Nutzerverhalten sind zu einem wichtigen Erfolgsfaktor geworden. Das betonte auch Hubert Burda auf der diesjährigen VDZ Publishers‘ Night: „Die Reichweite als Währung ist am Ende angekommen. Die neue Währung sind Daten.“ Einige Medienexperten bezweifeln zwar, dass die Reichweite wirklich so drastisch an Bedeutung verliert. Doch die Bedeutung von Kundendaten für den Erfolg ist unumstritten. Nur wer das Nutzungsverhalten seines Publikums kontinuierlich und professionell auswertet, kann das eigene Angebot gezielt an den Bedürfnissen ausrichten. Für „Pure Player“ wie Google und Facebook ist das keine neue Erkenntnis, doch in der Verlagsbranche scheint sie gerade erst anzukommen. Möglich ist das natürlich nur, wenn man als Verlag auch die volle Kontrolle über seine Inhalte – und die Daten – besitzt.

Shop-Software für Verlage: Cloud-Services im Vorteil

Um einen eigenen Content-Shop aufzubauen, können Verlage auf Systeme zurückgreifen, die speziell für ihre Branche entwickelt wurden. Dabei empfiehlt es sich, eine solche E-Commerce-Lösung in der „Cloud“ zu nutzen statt sich das System ins Haus zu holen. Denn Installation, Anpassung und Betrieb sind oft sehr zeit- und kostenaufwändig. Software, die in einer Cloud gehostet wird (auch „Software-as-a-Service“ genannt) hat dagegen den Vorteil, dass sie ohne hohe Investitionen schnell genutzt werden kann. Zudem kann man bei Cloud-Anbietern zusätzliche Service- und Supportleistungen mitnutzen. Verlage, die sich beispielsweise für den Content-Shop von Contiago entscheiden, können damit ihre Inhalte im eigenen Shop unter eigenem Namen vermarkten. Gleichzeitig wird der Content aber auch in der Contiago Content Lounge, dem B2B-Marktplatz für digitalen Content, veröffentlicht. Und das ganz ohne zusätzliche Kosten. So werden zwei Vertriebswege gleichzeitig genutzt, was zusätzliche Reichweite bringt.

Fazit

Dass es sich lohnt, den Content-Vertrieb in die eigene Hand zu nehmen statt auf Distributoren und Aggregatoren zu setzen, zeigt der Ebner Verlag: Ganze 86% der eingegangenen Bestellungen kamen 2015 über den Shop, der Shop-Umsatz wuchs um 99,7%. Bei der Wahl der Lösung sind flexible und kostengünstige Cloud-Lösungen empfehlenswert, über die man idealerweise auch weitere Kanäle bespielen kann. Denn erfolgreich werden letztlich jene Verlage sein, die die unterschiedlichen Vertriebswege für ihre User optimal kombinieren: eigene Content-Shops, digitale Kioske wie Blendle, Distributionsplattformen wie Facebook Instant Articles und B2B-Plattformen wie Contiago.

Quellen und weitere Informationen:

Der shop-zentrierte Verlag – Ein Artikel von Gerrit Klein im Magazin DNV
Nutzerorientierte Erlösmodelle für Paid Content

 

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Paywalls haben bisher nicht die erhofften Erlöse für die krisengeschüttelte Verlagsbranche gebracht. Doch was ist die Alternative? Wie verkauft man seine Inhalte im digitalen Zeitalter möglichst profitabel? Dieser Artikel gibt einen Einblick in die Geschäftsmodelle verschiedener Anbieter.

Allmählich wird es eng für Verleger: Die Einnahmen aus dem Printgeschäft bröckeln weiter, für den Digitalbereich haben ist das passende Geschäftsmodell noch nicht gefunden. Doch an neuen Ansätzen zur Content-Monetarisierung mangelt es dabei nicht. Online-Kioske wie Blendle und mobile Apps wie Facebook Instant Articles versprechen den Verlagen zusätzliche Reichweiten und Umsätze, wenn sie ihre Inhalte über ihre Plattformen vertreiben. Und viele Verlage sind mittlerweile auch bereit, solche Modelle zu testen. Das zeigt die Studie des BDZV und der Unternehmensberatung Schickler:  49 Prozent aller deutschen Zeitungsverleger wollen demnach auf Content-Distributoren wie Facebook Instant Articles setzen, bei denen sie ihre Inhalte direkt über eine externe Plattform veröffentlichen. Fast genauso viele Verleger (48 Prozent) erwägen, ihre Inhalte über so genannte Content-Aggregatoren zu vertreiben, die bereits veröffentlichte Inhalte auf einer eigenen Plattform erneut anbieten. 59 Prozent sind gewillt, beide Vermarktungsmodelle zu nutzen.

Trends in der Content-Vermarktung

Abbildung: Trends in der Content-Vermarktung

Besonders im Markt der Content-Aggregatoren ist einiges in Bewegung. Hier sorgt vor allem das Unternehmen Blendle, das mittlerweile eine beachtliche Zahl an Nutzern gewonnen hat, regelmäßig für Schlagzeilen. Daneben gehen immer wieder neue Plattformen an den Start und versuchen, sich ihr Stück vom Kuchen eines Marktes mit viel Potenzial zu sichern. Wie auch immer sich die einzelnen Angebote im Detail unterscheiden, der grundlegende Ansatz ist der gleiche: Aggregatoren lizensieren bereits veröffentlichte Inhalte, selektieren und sortieren sie und bieten sie – meist kostenpflichtig – auf der eigenen Plattform erneut an.

Im Folgenden schauen wir uns einige der Anbieter etwas genauer an.

Pocketstory

Pocketstory war der erste deutsche Online-Kiosk. Er ging für seine Leser im Mai 2015 online. Der Kiosk bietet über eine zentrale Plattform einzelne Artikel aus verschiedenen Magazinen, Zeitungen und Büchern zum Kauf an. Die Mindestlänge der Artikel beträgt 5.000 Zeichen. Somit sind keine News, sondern nur längere Reportagen, Essays und Fachartikel zugänglich. Nutzer können bei Pocketstory ein Interessenprofil anlegen, um Vorschläge für Artikel zu erhalten. Pocketstory hat sich zum Ziel gesetzt, das iTunes der Verlage zu werden. Derzeit sind die „Zeit“- und die SPIEGEL-Verlagsgruppe mit an Bord, sowie die Magazine „Emotion“, „Galore“ und „Mare“. Auch der Buchverlag Campus und die „Berliner Zeitung“ kooperieren mit dem Hamburger Startup.

Blendle

Blendle ist ebenfalls eine Art digitaler Zeitungskiosk. Er ging im September 2015 mit über 100 Titeln im Angebot an den Start. Die Leser können diese wie in einem echten Kiosk kostenlos durchstöbern und anlesen. Weckt der Artikel-Teaser Lust auf mehr, können sie den Beitrag für einen geringen Geldbetrag kaufen. Bei Nichtgefallen kann man die Artikel zurückgeben und erhält sein Geld zurück. Durch die Anbindung an soziale Netzwerke und die so genannten Blendle-Alerts können sich die Leser einzelne Artikel, etwa zu bestimmten Themen, empfehlen lassen. Darüber hinaus ist es möglich, anderen Nutzern zu folgen und zu sehen, welche Stücke von diesen empfohlen werden. Für den Eigenvertrieb bietet Blendle einen Bezahl-Button, den Verleger auf ihre Websites bauen können, um einzelne Artikel oder gleich ein Abo zu verkaufen.

Newscase

Die App Newscase hat sich auf das Personalisieren von Nachrichten spezialisiert, die über Tablet und Smartphone gelesen werden. Sie aggregiert derzeit Inhalte von rund 100 Zeitungstiteln. Leser können Ressorts und Titel favorisieren, z.B. Politik von der “Welt”, Lokales vom “Kölner Stadt-Anzeiger”. Zudem lassen sich Artikel nach Themen filtern, d.h. wird ein Begriff als Stichwort festgelegt, wandern dazu passende Artikel in die persönliche Zeitung. Zu den Newscase Kooperationspartnern zählen unter anderem der Axel Springer Verlag, Gruner + Jahr, die NZZ und DuMont. Newscase kann kostenlos genutzt werden, wobei dann nur Inhalte angezeigt werden, die auch kostenlos im Internet verfügbar sind. Das werbefreie Komplettangebot kostet 9,99 € im Monat. Newscase beteiligt die Verleger an Werbeeinnahmen und vergütet pro Aufruf eines Artikels.

Xing News

Das Karriere-Netzwerk bietet die so genannten News-Seiten, auf denen Publisher ihre Artikel mit den rund 15 Millionen Mitgliedern des Netzwerks teilen können. Um diese Inhalte zu erhalten, müssen Nutzer den Seiten allerdings aktiv folgen. Sie sehen dann das Vorschaubild und einen Auszug aus der Meldung. Mit einem Klick auf den Beitrag werden Leser zum Originalartikel weitergeleitet. Parallel dazu erscheinen die Artikel in Teilen auch in den entsprechenden Branchen-Newslettern und auf den Themen-News-Seiten. Dort werden die wichtigsten Nachrichten aus bestimmten Bereichen – beispielsweise Marketing und Werbung, Internet und Technologie oder Medien – aggregiert.

 

LinkedIn Pulse

LinkedIn entwickelt sich mit der Veröffentlichung von 7.000 Fachartikeln am Tag zu einer wichtigen Plattform für Wirtschaftsjournalismus. Ähnlich wie bei XING-News wird ein Teil der Artikel von einem Redaktionsteam selbst ausgewählt. Darüber hinaus werden aber auch Inhalte berücksichtigt, die im Social-Media-Bereich beliebt sind.

Google News

Google News ist eine Nachrichten-Website, die anhand von Algorithmen Nachrichten aus verschiedenen Quellen zusammenträgt. Durch die große Reichweite der angeschlossenen Suchmaschine zählt der Dienst zu einem der wichtigsten Aggregatoren, insbesondere aus Sicht der dort gelisteten Publisher. Google News aggregiert die wichtigsten Meldungen aus über 50.000 Nachrichtenquellen in verschiedenen Kategorien sowie auf einer Übersichtsseite. Ausgespielt werden sie in der Suche unter news.google.de. Um als Publisher gelistet werden zu können, muss ein Verlag grundlegende Anforderungen an journalistische Arbeitsweise und Qualität der Inhalte erfüllen.

Apple News

Bisher nur in den USA und Großbritannien verfügbar, aggregiert die mobile News-App von Apple aktuelle Nachrichten und liefert sie passend zu den individuellen Interessen der Nutzer aus. Apple News ist derzeit in Deutschland noch nicht verfügbar, soll aber Verlagen die Möglichkeit bieten, eigene Werbung in den Inhalten zu platzieren und an den Werbeeinnahmen über iAds zu partizipieren.

Facebook Instant Articles

Facebook Instant Articles ist eine mobile App, die seit April 2016 allen Publishern offen steht. Sie können darüber komplette Artikel, Fotogalerien und Videos in Facebook veröffentlichen.  Für den mobilen Nutzer ist das äußerst komfortabel, da Inhalte schneller geladen werden, eingebettete Videos automatisch starten, und er zum Lesen eines Artikels nicht mehr in den Browser wechseln muss. Die Verlage profitieren von der enormen Reichweite, befürchten aber gleichzeitig, sich abhängig zu machen, wenn sie ihre Inhalte direkt auf dem sozialen Netzwerk veröffentlichen. Denn Facebook kann Funktionen und Regeln jederzeit nach eigenem Gutdünken ändern. Außerdem könnte der Traffic auf den Webseiten der Publishern weiter sinken, weil Leser zu Facebook abwandern. (Mehr über Facebook Instant Articles in diesem Blogbeitrag.)

Trends in der Content-Vermarktung

Die Angebote im Vergleich

Fazit

Die Zahl der Plattformen zur Content-Vermarktung wächst. Aus Sicht der Verlage lassen sich die Anbieter derzeit in zwei Gruppen unterteilen: News-Kioske wie Blendle und Pocketstory sowie die neuen Apps Facebook Instant Articles und Apple News ermöglichen Erlöse über Paywall oder Werbung. Aggregatoren wie Xing News, LinkedIn Pulse und Google News bieten dagegen keine Möglichkeit zur Monetarisierung, dafür aber interessante Reichweiten, um neue Leser zu gewinnen. Welche Art von Distribution sich auf Dauer durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Verlage sind derzeit gut beraten, beide Richtungen in ihrem Vertriebsmix zu berücksichtigen.

Quellen:

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Whitepaper „Trends in der Content-Vermarktung“, das Sie hier herunterladen können.

Mobile Publishing: Der Kampf um die Gunst der Generation Y

Mobile Publishing: Der Kampf um die Gunst der Generation Y

Um junge Leser zu erreichen, setzen immer mehr Verlage auf mobile Apps. Derzeit bekommen sie jedoch Konkurrenz von Facebook, Google oder Blendle. Werden damit die Verlags-Apps überflüssig?

Wenn sich junge Menschen heute online informieren, dann tun sie dies in erster Linie über ihr Smartphone: Mehr als zwei Drittel der 18- bis 24-Jährigen nutzt mobile Endgeräte, um auf Nachrichten zuzugreifen. Zu diesem Ergebnis kommt der „Reuters Institute Digital News Report“ 2016 (PDF-Download), den das Hans-Bredow-Institut für Medienforschung kürzlich veröffentlicht hat. Zwar greifen die meisten mobilen Nutzer (47 Prozent) noch über Suchmaschinen auf Nachrichten zu, doch gleich an zweiter Stelle rangiert mit 27 Prozent der Zugriff über Apps.
Angesichts der großen Beliebtheit von mobilen Inhalten ist es kein Wunder, dass immer mehr Verlage im Mobile Publishing nicht nur auf E-Paper-Ausgaben, sondern auch auf mobile Apps setzen, um junge Leser zu erreichen: Mehr als 600 Zeitungs-Apps hat der BDZV für das Jahr 2015 gezählt. Mobile Publishing ist für Verleger zu einem entscheidenden Baustein geworden, um auf dem hart umkämpften Zeitungsmarkt zu bestehen.
Die Vorteile einer mobilen App sind dabei klar: Die digitalen Inhalte sind für das Lesen über das Smartphone optimiert und größtenteils individuell konfigurierbar: Es wird nur das angezeigt, was den Nutzer interessiert. Auch der schnelle Push-Service ist für den Nutzer bequem: Sobald eine neue Nachricht veröffentlicht wird, meldet sich das Smartphone.

Erfolgsfaktoren: Usability und passendes Bezahlmodell

Viele Verlage können allerdings mit den technischen Innovationen in Sachen Apps nicht Schritt halten. Vor allem die Usability ist aber für die Akzeptanz durch die Leser entscheidend. Sie sollte einfach und intuitiv sein und den Leser schnell zu den Inhalten bringen, die ihn interessieren. In der Praxis ist die Nutzerführung allerdings oft schlecht oder die Inhalte sind nicht optimal für die mobile Nutzung aufbereitet. Zudem müssen Apps für alle Endgeräte und Betriebssysteme optimiert und regelmäßig aktualisiert werden, was einen hohen Entwicklungsaufwand für Verlage mit sich bringt.
Eine weitere Hürde auf dem Weg zur gelungenen, mobilen Lösung ist die Frage der Monetarisierung von Inhalten. Denn die Akzeptanz, für digitale Inhalte zu bezahlen, ist hierzulande noch immer gering: Nur 7 bis 8 Prozent der im oben genannten „Digital News Report“ befragten Internetnutzer haben im Laufe des vergangenen Jahres Geld für Nachrichten im Internet bezahlt. Und auch Einnahmen durch mobile Werbung sind überschaubar, denn sie ist bei Nutzern nicht gerne gesehen.

Der Trend: Nachrichten über soziale Medien

Beim Konsum von Nachrichten spielen soziale Medien eine immer größere Rolle: Jeder fünfte Internetnutzer wird über soziale Netzwerke auf journalistische Artikel und Berichte aufmerksam. Acht Prozent nutzen sogar ausschließlich Nachrichten über soziale Medien, um sich zu informieren. Bei den 18- bis 24-Jährigen ist Facebook dabei die am häufigsten genutzte Quelle (39 Prozent). Diesen Trend haben Internetriesen wie Facebook und Apple längst erkannt und bieten eigene News-Apps an, über die ihre Nutzer Nachrichten direkt innerhalb der Plattform lesen können. (Mehr über Facebook Instant Articles hier im Blog).

Bedeuten Instant Articles & Co. das Ende für die Verlags-Apps?

Die neuen Angebote von Facebook & Co., aber auch Online-Kioske wie Blendle, könnten sich zu einer ernstzunehmenden Bedrohung für Verlags-Apps entwickeln. Denn warum sollte ein Nutzer diverse, teilweise kostenpflichtige Apps installieren, wenn er beispielsweise über Facebook Instant Articles dieselben Inhalte auf seine persönlichen Interessen zugeschnitten und kostenlos in einer einzigen App beziehen kann? Aus Nutzersicht sind die neuen Plattformen somit sehr attraktiv. Ob sie die Verlags-Apps obsolet machen, bleibt allerdings abzuwarten. Fest steht jedoch: Die Verlage werden nicht umhin kommen, die neuen Plattformen in ihre Digitalstrategie zu integrieren, wenn sie neue, jüngere Zielgruppen erreichen wollen.

Dabei ist es jedoch ratsam, flexibel zu bleiben, um die volle Kontrolle über die eigenen Inhalte zu behalten und schnell auf Marktveränderungen reagieren zu können. Kommen beispielsweise neue Angebote hinzu, sollten sich diese ohne erneute technische Anpassungen schnell integrieren lassen. Über Plattformen wie Contiago ist dies problemlos möglich. Hier können Verlage eine Vielzahl an Kanäle gleichzeitig bespielen: den eigenen Content-Shop, Apps von Drittanbietern und die Contiago Content Lounge, die Unternehmen, Verbänden und Netzwerke mit Inhalten beliefert. Für diesen lukrativen Markt der Business-Abnehmer steht zukünftig auch eine App zur Verfügung. Diese bietet – anders als Facebook oder Blendle – nicht nur eine komfortable Lesefunktion, sondern auch die Möglichkeit, die Inhalte rechtskonform für die Nutzung auf der eigenen Webseite zu lizenzieren. So erschließen sich für Verlage zusätzliche Einnahmequellen und Kundenbeziehungen.

Fazit:

Mobile Publishing ist heute ein wichtiger Vertriebsweg für Verlagsinhalte. Mit den neuen Playern wie Facebook, Google und Apple wird der Kampf um die Gunst der Leser jedoch härter. Wer den Anschluss nicht verpassen will, muss schnell agieren, und auf Plattformen setzen, die sowohl die nötigen Einnahmen bringen, als auch Flexibilität und Kontrolle über die Inhalte wahren.

Quellen:

Digitale Distribution: Kein Spielfeld für Verlage (internetworld.de)
Die Generation Y wendet sich von den Nachrichten ab (zeit.de)
Reuters Institute Digital News Survey 2016 – Ergebnisse für Deutschland (PDF-Download)

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Verlage entdecken einen neuen Absatzmarkt für ihre Inhalte

Inhalte Absatzmarkt

In der Diskussion um das richtige Modell zur Content-Monetarisierung haben die Verlage meist den Endkonsumenten im Blick. Doch dessen Bereitschaft, für digitale Inhalte zu zahlen, ist gering. Daher rückt nun ein anderer lukrativer Markt ins Blickfeld, welcher einen neuen Absatzmarkt für ihre Inhalte bietet: die Unternehmen.

Kaum ein Verlagskongress oder Entscheidertreffen, auf dem derzeit nicht über Content-Vermarktung diskutiert wird. Wie lassen sich redaktionelle Inhalte im digitalen Zeitalter möglichst profitabel an die Leser bringen? Das ist die alles entscheidende Frage. Denn allmählich wird es eng für die Verleger: Mit dem Printgeschäft fahren sie weiter Verluste ein, und für das Digitale ist das passende Geschäftsmodell noch nicht gefunden. So wird derzeit alles ausprobiert, was Reichweite und Erlöse verspricht: von Paywalls über Online-Kioske wie Blendle bis hin zu mobilen Apps wie Facebook Instant Articles. Doch ein wirklich profitables Modell ist bisher nicht in Sicht. Selbst Blendle, das bisher einen Hype in der Branche ausgelöst hat, bringt den Verlagen nur Cent-Beträge ein. Der Grund dafür ist, dass die Leser hierzulande erst langsam eine Bereitschaft entwickeln, für redaktionelle Inhalte im Netz zu zahlen.

Die richtige Zielgruppe im Blick?

Blendle, Facebook oder die eigene Paywall – bei der aktuellen Debatte um das passende Geschäftsmodell geht es vor allem um das „Wie“: Wie gelangen die Inhalte auf digitalem Weg an die Leser. Nicht hinterfragt wird dabei das „Wer“: Wer sind die Abnehmer der Inhalte? Die Verlage übertragen damit einfach das grundlegende und bewährte Prinzip des Verlagswesens ins digitale Zeitalter. Käufer ihrer Inhalte sind die Endkonsumenten, Unternehmen spielen vor allem als Werbetreibende eine Rolle. Diesen Zusammenhang nicht zu hinterfragen, ist jedoch fatal. Denn indem die Verlage nur auf die Konsumenten als Content-Abnehmer abzielen, verschenken sie enormes Potenzial. Sie übersehen den neuen und lukrativen Absatzmarkt der Unternehmen. Denn sie sind es, die heutzutage den größten Content-Bedarf haben.

Der Bedarf an gutem Content wächst

Unternehmen benötigen in Zeiten des Content Marketing aktuelle und nützliche Inhalte, um sich bei ihren Zielgruppen als Experten zu profilieren und Vertrauen aufzubauen. Die Mehrheit der Unternehmen verfügt allerdings nicht über die nötigen Ressourcen, um diese Inhalte selbst zu erstellen. Dies zeigt jährlich neu die Studie des Content Marketing Institutes. Demnach planen 76 Prozent aller Unternehmen, im Jahr 2016 mehr Content zu produzieren. Gleichzeitig sehen sie in der regelmäßigen Erstellung von fesselnden und vielfältigen Inhalten eine große Herausforderung.

Contiago-Blog_CMI-Studie

B2B-Handelsplattformen für digitalen Content

Fachmedien sind für Unternehmen eine beliebte Quelle für hochwertigen Content. Sie finden hier täglich fundierte Hintergrundberichte und Nachrichten, die für Ihre Zielgruppen von Nutzen sein können. Diese Inhalte können sie direkt von den Verlagen beziehen, wobei der Aufwand für den Lizenzerwerb jedoch sehr hoch ist. Spezielle Handelsplattformen wie die Contiago Content Cloud bieten daher die Möglichkeit, die Inhalte einfach zu abonnieren, so dass sie für einen bestimmten Zeitraum auf der Website oder in anderen Medien genutzt werden können.
Hier haben wir für Sie die wichtigsten Fragen zur Content-Vermarktung an Unternehmen beantwortet:

1) Wie funktioniert eine B2B-Handelsplattform für Content?

Plattformen wie Contiago sind eine Art Content-Marktplatz, auf dem Produzenten und Abnehmer von Inhalten zusammenkommen: Verlage, Redakteure, Agenturen und Blogger bieten ihre Inhalte an, Unternehmen, Verbände und Netzwerke wählen daraus die zu ihren Kunden passenden Themen aus.

2) Welche Vorteile bietet Contiago gegenüber einer Selbstvermarktung?

Über Contiago erreichen Verlage ein zahlungsbereites Publikum und können so mit vorhandenen Inhalten zusätzliche Umsätze erzielen. Dabei behalten Sie jederzeit die volle Kontrolle über ihre Inhalte, müssen sich nicht um technische Details und Lizenzverhandlungen kümmern und erhalten zudem wertvolle Informationen darüber, wie die Inhalte genutzt werden.

3) Können auch andere Plattformen angeschlossen werden?

Contiago erleichtert den Verlagen das Handling der vielen verschiedenen Distributionskanäle. Denn sie können über eine Plattform gleichzeitig mehrere Kanäle bespielen: Die Inhalte lassen sich direkt aus dem System beispielsweise in einen eigenen Shop und auch für Drittanbieter bereitstellen.

4) Wer bestimmt den Preis für die Inhalte?

Den Preis bestimmen allein die Verlage und Content-Produzenten.

5) Wie funktioniert die technische Anbindung?

Um Contiago nutzen zu können, wird das eigene Redaktionssystem über eine Schnittstelle an die Contiago-Plattform angebunden. Standardtechnologien sorgen dafür, dass die Implementierung – und auch der Datenaustausch – schnell und problemlos von statten gehen.

6) Ist das Urheberrecht gewahrt?

Die Bedingungen für die Nutzung ihrer Inhalte bestimmen die Verlage selbst. Contiago stellt durch technische Strukturen sicher, dass diese eingehalten werden und das Urheberrecht jederzeit gewahrt ist. Ihre Inhalte bleiben also jederzeit Ihre Inhalte.
Sie möchten mehr wissen über Contiago? Auf unserer Webseite finden Sie weitere Informationen. Sollten darüber hinaus noch Fragen offen geblieben sein, können Sie uns gerne auch persönlich kontaktieren – per Telefon unter +49 (0)6203 / 679 22 85 oder per E-Mail an info@contiago.de

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Digitale Zeitungskioske mischen derzeit die Verlagsbranche auf. Blendle und Co. locken mit mehr Reichweite, jungen Lesern und zusätzlichen Umsätzen. Doch Verleger sind gut beraten, die neuen Vertriebsmöglichkeiten kritisch zu prüfen und sicherzustellen, dass sie die Kontrolle über ihre Inhalte und Kanäle behalten.

In der Verlagswelt ist derzeit viel in Bewegung. Nach langer Zeit des Zögerns wenden sich Verleger verstärkt Plattformen wie Facebook Instant Articles oder Blendle zu. Laut einer Studie des BDZV und der Unternehmensberatung Schickler wollen mehr als die Hälfte aller Verlage (59 Prozent) künftig diese Vermarktungsmodelle nutzen. Sie versprechen sich davon höhere Reichweiten, eine Stärkung ihrer Marke und zusätzliche Erlöse. Besonders Blendle steht seit einiger Zeit im Fokus der Aufmerksamkeit. Der digitale Zeitungskiosk ging im September 2015 in Deutschland an den Start und gewinnt derzeit immer mehr Anhänger – auf Verlags- wie auf Nutzerseite. Grund genug, sich den Anbieter einmal näher anzuschauen.

Wie funktioniert Blendle?

Blendle ist ein digitaler Zeitungskiosk. Leser können Zeitungen und Zeitschriften durchblättern, verschiedene Artikel anlesen und dann jene kaufen, die ihnen zusagen. Die Vorteile für die Nutzer sind klar: Sie können sich aus unterschiedlichen Quellen bedienen, ohne sich überall registrieren zu müssen. Dabei zahlen sie nur das, was sie wirklich lesen wollen. Bei Nichtgefallen gibt es sogar das Geld zurück. Mit dem Geschäftsmodell hat Blendle das iTunes-Prinzip auf die Verlagswelt übertragen.

Was ist so revolutionär daran?

Bisher haben sich Verlage schwer damit getan, ihre Inhalte „entbündelt“ zu verkaufen, also das Paket einer gesamten Ausgabe aufzuschnüren und die Artikel einzeln zum Kauf anzubieten. Offensichtlich haben sie nun erkannt, dass sich junge Menschen nur so dazu bewegen lassen, für journalistische Produkte im Netz zu zahlen: indem man einzelne Artikel genau dort verfügbar macht, wo sie sich bewegen und den Kauf besonders einfach und flexibel gestaltet.

Was sind die Vorteile für Verlage?

Verlagen eröffnet sich durch digitale Kioske wie Blendle ein neuer Absatzmarkt: Sie erreichen damit jene Zielgruppen, die journalistische Inhalte heute überwiegend online und mobil konsumieren. An den Einnahmen durch den Artikelverkauf werden sie bei Blendle mit 70 Prozent beteiligt. Die Preise legen die Verlage selbst fest, sie liegen pro Artikel zwischen 15 Cent und zwei Euro. Dabei sind Verlage nicht gezwungen, ihre Inhalte exklusiv über Blendle zu verbreiten, sondern können parallel auch im eigenen Newsportal angeboten werden.

Über 100 Zeitungen und Magazine nutzen die Plattform derzeit als ergänzenden Vermarktungskanal, darunter FAZ, SZ, Die Welt, Spiegel, Stern und Neon. Die große Bandbreite an teilnehmenden Verlagen zeigt, mit welcher Wucht Blendle in den Markt gestartet und wie groß der Druck auf viele Publisher inzwischen ist, mit digitalen Inhalten Geld zu verdienen.

Was sind die Risiken?

Zeitungskioske wie Blendle und Plattformen wie Facebook Instant Articles oder Google „Accelerated Mobile Pages“ bieten zwar zusätzliches Marktpotenzial, bergen aber auch Risiken. Denn es sind die Tech-Konzerne, die hier die Spielregeln bestimmen. „Die Plattformen zwingen die Inhalteanbieter in ihre Systeme, “ sagt Jan-Eric Peters, ehemaliger Chefredakteur der Zeitung „Die Welt“. Sie geben zu großen Teilen das Layout vor und bestimmten die Regeln für die Platzierung von Werbung. Medienmachern droht so eine finanzielle Abhängigkeit von den Tech-Konzernen und „optischer Einheitsbrei“, wie Daniel Bouhs auf ndr.de schreibt.

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Wie müssen sich Verleger technisch anpassen?

Um Vertriebsplattformen wie Blendle nutzen zu können, müssen die Verlage zunächst einmal ihre Inhalte technisch dafür „fit“ machen. Dazu gehört unter anderem ein API-Konzept, mit dem Inhalte auf verschiedene Plattformen und Geräte ausgespielt werden können. Mehr darüber, wie Verlage sich für den Content-Vertrieb der Zukunft rüsten sollten, in diesem Blogpost.

Die täglich wachsende Zahl an Kanälen macht es zudem nötig, in qualifizierte Mitarbeiter zu investieren: In jene, die dafür sorgen, dass die Schnittstelle zwischen Redaktionssystem und Digitalkiosk reibungslos funktioniert, und in andere, die Verantwortung übernehmen für das Management und Handling der unterschiedlichen Kanäle.

Kann man das Management der Kanäle outsourcen?

Content-Dienstleister wie die Contiago AG unterstützen Verlage dabei, die für ihre Branche und Zielgruppe passende Vermarktungsstrategie zu entwickeln. Zudem bietet Contiago eine Plattform, über die sich eine Vielzahl an Kanäle gleichzeitig bespielen lässt: Verlage können darüber ihre Inhalte einerseits an die Contiago-Abonnenten – das sind Unternehmen, Verbände, Netzwerke, die für ihre Website hochwertigen Content benötigen – ausliefern. Andererseits können sie direkt aus dem System eigene Content Shops erstellen und auch andere Plattformen beliefern. Das erleichtert das technische Handling der steigenden Zahl an Distributionsplattformen enorm und gibt dem Publisher ein Stück Selbstbestimmung zurück. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist, dass die Verlage jederzeit flexibel bleiben: Kommen neue Plattformen hinzu, können diese über die Contiago Schnittstelle automatisch beliefert werden. Erneute technische Anpassungen sind nicht nötig.

In welche Vertriebskanäle sollten Verlage investieren?

Auf die Frage, welches das passende Geschäftsmodell ist, um sich zu finanzieren, gibt es keine allgemeingültige Antwort. Klassische Nachrichtenportale wie Spiegel Online oder Focus Online werden sicher auch weiterhin auf Onlinewerbung setzen – wobei sich diese angesichts von Adblockern und technischen Neuheiten verändern wird. Printzeitungen haben es dagegen zunehmend schwerer, Anzeigenkunden zu werben. Erfolgreich werden jene sein, die verschiedene Ansätze kombinieren: Paywalls bzw. Content-Shops auf der eigenen Website, digitale Kioske wie Blendle, Distributionsplattformen wie Facebook Instant Articles und B2B-Plattformen wie Contiago. Um auch für neue Kanäle gerüstet zu sein, empfiehlt sich dabei die Zusammenarbeit mit Dienstleistern, die das Handling der Vielzahl an Kanälen und Schnittstellen übernehmen.

Quellen und weitere Infos:

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Facebook Instant Articles: Was Verlage wissen müssen

Facebook Instant Articles

Facebook Instant Articles verspricht Verlagen hohe Reichweiten und neue Erlösquellen. Ab 12. April 2016 steht die mobile App allen Publishern offen – und viele Verlage werden den neuen Distributionsweg ausprobieren. Wir erklären hier, worum es bei dem Angebot von Facebook geht und was Verlage beachten sollten.

In wenigen Tagen ist es soweit: Facebook öffnet die mobile App „Instant Articles“ für alle Content-Produzenten. Für Verlage kommt das Angebot gerade zur rechten Zeit: Händeringend suchen sie nach neuen Wegen, um ihre Inhalte auf digitalem Weg an die Leser zu bringen und die Verluste aus dem weiter bröckelnden Printgeschäft auszugleichen. Andere Ansätze zur Content-Monetarisierung haben bisher nicht die erhofften Erlöse gebracht: Werbung wird hierzulande durch Adblocking erschwert, Inhalte hinter Paywalls schrecken viele Leser ab.

Daher wenden sich Verleger nun verstärkt Distributionsplattformen wie Facebook Instant Articles oder Content-Aggregatoren wie Blendle zu:
Laut einer Studie des BDZV und der Unternehmensberatung Schickler wollen mehr als die Hälfte aller Verlage (59 Prozent) künftig diese beiden Vermarktungsmodelle nutzen. Sie versprechen sich davon höhere Reichweiten, eine Stärkung ihrer Marke und zusätzliche Erlöse.

Wie funktioniert Facebook Instant Articles?

Instant Articles ist eine mobile App, über die Content-Produzenten wie Verlage und Blogger nicht nur Anreißer ihrer Inhalte, sondern komplette Artikel, Fotogalerien und Videos in Facebook veröffentlichen können. Dem mobilen Nutzer verspricht Facebook mehr Komfort: Inhalte werden schneller geladen, wobei eingebettete Videos automatisch starten, und es ist kein Wechsel in den Browser mehr nötig. Genau das ist es auch, was Facebook will: Die Leser auf der eigenen Plattform halten.

Was bringt Instant Articles den Verlagen?

Einige Medien in den USA, Großbritannien und Deutschland haben das Angebot in den letzten Monaten getestet. In Deutschland war u.a. Bild.de beteiligt. Chefredakteur Julian Reichelt begründet die Zusammenarbeit mit der großen Reichweite von Facebook: „Fast 30 Millionen Menschen in Deutschland erlebten ihren digitalen Alltag auf der Plattform“. Ähnlich äußert sich Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD-aktuell: „Es ist der Anspruch der Tagesschau, Nachrichten überall dort anzubieten, wo Menschen nach Informationen suchen.“

Erstmals konkrete Zahlen zur Nutzung von Instant Articles nannte kürzlich die französische Zeitung Libération. Das Blatt verbreitete alle seit Januar 2016 erschienen Artikel zusätzlich über Instant Articles und konnte dabei positive Effekte auf Verweildauer, User Engagement und den Umsatz pro Artikel feststellen. So stieg die Verweildauer je Artikel um ganze 33 Prozent an. Der Umsatz liegt etwa in gleicher Höhe wie bei den mobilen Webseiten, wobei er sich bei letzteren aber aus verschiedenen Quellen speist.

Was sind mögliche Risiken?

Einige Verleger befürchten, mit der Nutzung von Instant Articles die ohnehin schon große Marktmacht von Facebook weiter zu stärken und sich abhängig zu machen, wenn sie ihre Inhalte direkt auf dem sozialen Netzwerk veröffentlichen. Denn Facebook kann Funktionen und Regeln jederzeit nach eigenem Gutdünken ändern. Ein weiterer Nachteil ist, dass der Traffic auf den Webseiten der Publishern weiter sinken wird, weil Leser zu Facebook abwandern. In den Artikeln selber können die Verlage zwar eigene Werbung anzeigen und damit Geld verdienen. Doch der Effekt, dass die Nutzer sich auf dem Portal noch durch weitere Artikel klicken, könnte schwinden.

Wie lassen sich Instant Articles monetarisieren?

Facebook ist bewusst, dass Instant Articles nur Erfolg haben wird, wenn Verlage damit auch Geld verdienen können. Deshalb hat das Unternehmen angekündigt, u.a. die Platzierung von Video-Werbung und Rich Media Ads innerhalb von Instant Articles zu ermöglichen. Über ein Audience Network sollen Werbetreibenden ihre Facebook-Kampagnen zudem auf andere mobile Apps ausdehnen können.

Wie kann man die Reichweite von Instant Articles messen?

Für die Akzeptanz von Instant Articles in Deutschland ist es wichtig, dass die dort ausgespielten Inhalte auch von der IVW-Messung erfasst werden. Das wird nach Angaben von IVW Online auch möglich sein. Die Reichweite soll in Summe mit den unter der eigenen URL ermittelten Nutzungszahlen veröffentlicht werden.

Bewertet Google Instant Articles als Duplicate Content?

Es ist noch nicht ganz klar, wie Google solche Artikel, die sowohl auf der eigenen Seite als auch bei Facebook Instant Articles veröffentlicht werden, bewerten wird. Fachmedien vermuten, dass es mit Duplicate Content keine Probleme geben dürfte, da jedem Artikel eine kanonische URL hinzugefügt wird.

Wie wird aus einem Beitrag im Redaktionssystem ein Instant Article?

Betreiber von Blogs und Nachrichtenportalen müssen ihre Webseiten für die Nutzung von Instant Articles technisch vorbereiten. Am einfachsten haben es jene, die einen WordPress-Blog betreiben. Sie können einfach eines der verschiedenen Plugins (z.B. Facebook Instant Articles & Google AMP Pages by PageFrog) installieren, um darüber nach dem 12. April 2016 ihre Artikel automatisch in Instant Articles zu verwandeln.

Ist ein anderes Content Management System im Einsatz, kann ein RSS-Feed oder eine API genutzt werden, um die Inhalte zu übernehmen. Hier sollten Unternehmen den Hinweisen von Facebook für Entwickler folgen.

Verlage, die die Contiago Content Cloud verwenden, können ihre Inhalte nicht nur an die Contiago-Abonnenten – also Unternehmen, Verbände, Netzwerke – ausspielen, sondern werden in Kürze auch in der Lage sein, sie direkt aus dem System in Facebook Instant Articles zu exportieren. Das erleichtert den Publishern das technische Handling der steigenden Zahl an Distributionsplattformen und schont die personellen Ressourcen.

Quellen und weitere Infos:

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Content-Gold: Wie Verlage ihre Inhalte gewinnbringend vermarkten

Content-Gold

Paywalls, Online-Kioske, mobile Apps: Verlage probieren derzeit vieles aus, um mit ihren Inhalten zusätzliche Umsätze zu generieren und so den Rückgang des Printgeschäfts auszugleichen. Unsere Infografik zeigt, warum Paid Content hierzulande nicht der Königsweg ist und welche alternativen Modelle der Content-Vermarktung es gibt.

 

Paid-content-in-deutschland

2016 scheint das Jahr zu werden, in dem ein Umdenken in den Köpfen der Verleger einsetzt. Bisher setzten sie ihre Hoffnung vor allem auf Bezahlinhalte, um neue Erlösquellen zu erschließen. In Deutschland haben laut statista heute 113 Verlage unterschiedliche Arten von Paywalls im Einsatz. Doch die Ernüchterung ist groß, denn die Leser sind hierzulande offenbar nicht bereit für Verlagsinhalte im Internet zu bezahlen. Während das Geld für Musik bei mehr als der Hälfte der Nutzer locker sitzt, ist nur jeder Zehnte gewillt, auch für Nachrichten zu bezahlen. Das hat kürzlich eine Studie von DCI Publishing gezeigt.

Neue Vermarktungsmodelle

Paywalls bringen also nicht die erhofften Erlöse für die krisengeschüttelte Verlagsbranche. Doch was ist die Alternative? Wie bringt man seine Inhalte im digitalen Zeitalter möglichst profitabel unters Volk? Schließlich ist die Hälfte aller redaktionellen Inhalte länger als 2,6 Tage aktuell – und damit viel zu schade fürs Archiv.
An neuen Ansätzen zur Content-Monetarisierung mangelt es nicht: Online-Kioske wie Blendle und soziale Netzwerke wie Facebook versprechen Verlagen zusätzliche Reichweiten und Umsätze, wenn sie ihre Inhalte über ihre Plattformen vertreiben. Und mittlerweile sind Verlage auch bereit, solche Modelle zu testen. Das zeigt die aktuelle Studie des BDZV und der Unternehmensberatung Schickler: 48 Prozent aller deutschen Zeitungsverleger erwägen demnach, ihre Inhalte über so genannte Content-Aggregatoren zu vertreiben. Damit sind Anbieter wie Blendle gemeint, die bereits veröffentlichte Inhalte lizenzieren, vorselektieren und meist kostenpflichtig auf der eigenen Plattform erneut anbieten. Fast genauso viele Verleger (49 Prozent) wollen auf Content-Distributoren wie Facebook Instant Articles setzen, bei denen sie ihre Inhalte direkt über die Plattform veröffentlichen. 59 Prozent sind gewillt, beide Vermarktungsmodelle zu nutzen.

 

Trends in der Vermarktung von Content

Viele Verlage sehen gerade bei Facebook Instant Articles die Chance, darüber ein neues Publikum zu erreichen. Das Angebot, das ab April 2016 allen Verlagen offen steht, weckt aber auch Ängste: Einige Verlage befürchten, die ohnehin große Marktmacht von Facebook weiter zu stärken und sich von dem Unternehmen abhängig zu machen, wenn sie ihre Inhalte direkt über das soziale Netzwerk veröffentlichen.

 

 Die Alternative: B2B-Plattformen für Unternehmen

Zukunftsmarkt Business-to-Business

Bei der Nutzung von Aggregatoren und Distributoren haben die Verlage meist den Endkonsumenten als Abnehmer im Visier. Ein weiterer Absatzmarkt wird oft übersehen: die Unternehmen. Dabei ist hier der Content-Bedarf besonders groß. In Zeiten des Content Marketings benötigen sie aktuelle und nützliche Inhalte, um sich bei ihren Zielgruppen als Experten zu profilieren und Vertrauen aufzubauen. Die Mehrheit der Unternehmen verfügt allerdings nicht über die nötigen Ressourcen, um diese Inhalte selbst zu erstellen. Sie beziehen sie stattdessen aus externen Quellen: entweder direkt von Verlagen oder über neutrale Handelsplattformen für digitalen Content wie die Contiago Content Cloud, die als Marktplatz für Content-Produzenten und Content-Abnehmer dient.

Fazit:

In den Archiven der Verlage schlummern wahre Content-Schätze, die es zu heben gilt. Welches Erlösmodell das richtige ist, ist noch nicht entschieden. Hier wird jeder Verlag für sich die passende Lösung finden müssen. Fest steht jedoch, dass es an der Zeit ist, umzudenken: Unternehmen und Händler werden in Zeiten des Content Marketings zu Verlegern. Nun müssen auch Verleger zu Händlern werden. Nur so können sie die Chancen nutzen und durch Zweit- und Drittverwertung ihrer Inhalte tatsächlich Gewinne realisieren.

Infografik: Content-Gold – Wie Verlage ihre Archiv-Inhalte optimal verwerten

Content-Gold: Wie Verlage ihre Inhalte gewinnbringend vermarkten

 

Digitalisierung in Verlagen: Fit für den Content-Vertrieb der Zukunft

Digitalisierung in Verlagen: Fit für den Content-Vertrieb der Zukunft

Die Digitalisierung hat die Verlagsbranche in zwei Lager gespalten: Die Einen haben die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkannt und streichen heute mit ihrem Digitalgeschäft bereits satte Gewinne ein. Die Anderen befinden sich noch immer in Schockstarre und wissen nicht, wie sie die Verluste aus dem Printgeschäft auffangen sollen. Vor allem bei kleineren Verlagen und Medienhäusern ist die Not groß. Wir zeigen in diesem Beitrag, welche internen Voraussetzungen Sie schaffen müssen, um den Anschluss nicht zu verpassen.

Digital ist weiter auf dem Vormarsch: Wie eine aktuelle Studie des BDZV zeigt, wächst das Digitalgeschäft der deutschen Verlage derzeit sowohl bei der Auflage als auch bei der Werbung stark. Für 2016 erwarten die Unternehmen beim E-Paper ein Plus von über 11 Prozent, bei der Werbung von 8 Prozent. Für das Printgeschäft werden dagegen in beiden Bereichen Rückgänge erwartet.

Beispielhaft für diese Entwicklung stehen die aktuellen Geschäftszahlen von Axel Springer: Der Medienkonzern steigerte im Jahr 2015 sowohl seinen Umsatz als auch den Gewinn deutlich. Treiber waren dabei die digitalen Produkte: Laut eines Berichts von Spiegel Online machte der Verlag deutlich mehr als die Hälfte seiner Einnahmen (62 Prozent) mit digitalen Produkten. Und auch für 2016 rechnet Axel Springer hier mit weiteren Zuwächsen.

Suche nach neuen Erlösmodellen

Während ein Teil der Verlagsbranche mit dem Digitalgeschäft bereits kräftig verdient, sieht es bei dem anderen Teil weniger rosig aus: Vor allem kleinere Medienhäuser und Verlage haben damit zu kämpfen, dass ihre Leser der gedruckten Zeitung heute digitale Geräte und Plattformen vorziehen, geschweige denn für Nachrichten bezahlen wollen. Die Einnahmen aus dem klassischen Vertrieb und der Printwerbung fallen weg, doch für den Digitalbereich gibt es noch kein passendes Geschäftsmodell, das die Verluste langfristig ausgleicht. Paywalls, mobile Apps, Zweitverwertung von Content über Online-Kioske wie Blendle und Distributionsplattformen wie Facebook Instant Articles – vieles wird derzeit ausprobiert. Doch die richtige Antwort auf die Königsfrage scheint noch nicht gefunden: Wie bringt man seine Inhalte im digitalen Zeitalter mit optimaler Reichweite möglichst rentabel unters Volk?

Schnittstellen zur digitalen Welt schaffen

Beim Ringen um das passende Geschäftsmodell versäumen es Verlage nicht selten, ihre Hausaufgaben in Sachen technischer Infrastruktur zu machen. Denn um die neuen Distributionskanäle nutzen zu können, muss sichergestellt sein, dass sich die Inhalte überhaupt auf die verschiedensten Geräte und Plattformen ausspielen lassen, über die Content heute konsumiert wird. Dreh- und Angelpunkt sind dabei entsprechende Schnittstellen, so genannte APIs, die es Marktpartnern ermöglichen, automatisiert auf Verlagsinhalte zuzugreifen. Einige große Medienhäuser, vor allem in den USA und in Großbritannien, bieten ein solches API-Konzept bereits an und ermöglichen es so, die Artikeldatenbank von außen zu durchsuchen und Inhalte abzurufen.
Für die Verlage hat dieses Modell gleich mehrere Vorteile: Werden die APIs in Apps oder Websites integriert, vergrößert das die Reichweite. Außerdem kann das Konzept zur Content-Monetarisierung beitragen, wenn der Zugriff auf die Inhalte mit Werbeeinblendung verknüpft ist. Und schließlich wird durch die API der Weg geebnet, um Verlagsinhalte auch über neue Kanäle oder Plattformen wie beispielsweise die Contiago Content Cloud zu vertreiben.

Das Gold in den Archiven effizient managen

Vorrangiges Ziel der Verlage sollte es sein, ihren Pool an qualitativ hochwertigen Inhalten sowie die Infrastruktur für den digitalen Konsum fit zu machen. Gleichzeitig muss dafür gesorgt werden, dass diese Inhalte auch möglichst effizient und effektiv genutzt werden können. Denn die Hälfte aller redaktionellen Inhalte sind länger als 2,6 Tage aktuell – und damit zu schade fürs Archiv.

Ein modernes Digital Asset Management (DAM) kann dabei unterstützen, digitale Inhalte effizient zu managen, indem es den Content zentral und medienneutral speichert, verwaltet und für eine schnelle Weiternutzung verlagsweit abrufbar macht. Die Vorteile eines DAMs für Verlage sind vielfältig, zu den wichtigsten zählen:

  • effizientere Workflows, da die Assets im Publishing-Prozess schneller aufgefunden, bearbeitet und archiviert werden können
  • eine leichtere Wiederverwertung und schnellere Integration in neue Produkte durch die medienneutrale Speicherung der Assets
  • eine bessere Auffindbarkeit durch interne und externe Nutzer und damit eine bessere Vermarktbarkeit

Bereit für den Content-Vertrieb der Zukunft

Um den digitalen Wandel zum eigenen Vorteil nutzen zu können, müssen erst die internen Voraussetzungen für den Content-Vertrieb der Zukunft geschaffen werden. Dazu gehören unter anderem ein API-Konzept, mit dem Inhalte auf verschiedene Plattformen und Geräte ausgespielt werden können, sowie ein maßgeschneidertes System für das Asset Management. Wer diese Hausaufgaben im Jahr 2016 noch immer nicht gemacht hat, für den wird es höchste Zeit. Denn wie Matthias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, es richtig auf den Punkt bringt: „Es gibt für Medienunternehmen eigentlich nur drei Prioritäten: erstens Internet, zweitens Internet, drittens Internet.“

Quellen und weitere Infos:

B2B Content Handel – Wie Verlage ihre Inhalte an Unternehmen vermarkten können

B2B Content Handel

Der Content Marketing Trend bietet Verlagen, Verbänden und Unternehmensnetzwerken die Chance, ihre Inhalte an neue Zielgruppen zu vermarkten: Website-Betreiber benötigen heute regelmäßig hochwertigen Content und sind im Gegensatz zu Endkunden auch bereit, dafür zu zahlen. Über Handelsplattformen für digitalen Content steigen Verlage besonders bequem in den B2B Handel ein.

Die Verlagsbranche befindet sich seit einiger Zeit im Umbruch

Auflagen und Abonnementenzahlen von Printprodukten sind rückläufig, digitale Medien gewinnen an Bedeutung. Viele Verlagshäuser haben ihr Portfolio daher um digitale Angebote ergänzt, suchen aber noch nach geeigneten Erlösmodellen, um damit auch schwarze Zahlen zu schreiben. Werbeeinnahmen reichen hier nur bei den wenigsten aus. Und auch mit Paid Content lassen sich noch nicht die nötigen Umsätze erzielen. Denn die Bereitschaft der Leser, für digitale Inhalte zu zahlen, ist noch gering. Die Verlage suchen daher nach neuen Wegen, um ihre Inhalte gewinnbringend zu vermarkten. Ein möglicher, lukrativer Absatzmarkt sind dabei Website- und Portalbetreiber.

Content Marketing als Chance für Verlage

Unternehmen benötigen heutzutage regelmäßig gute Inhalte für ihre Webseiten. In Zeiten des Content Marketing müssen sie ihren Zielgruppen nützliche Informationen anbieten, um sich als Experten zu profilieren und Vertrauen aufzubauen. Auch für ein gutes Ranking in den Suchmaschinen sind aktuelle und hochwertige Inhalte heute unverzichtbar. Daher investieren die Marketingabteilungen der Unternehmen verstärkt in professionellen, redaktionellen Content. Große Konzerne bauen eigene Redaktionsteams auf, um diese Inhalte selbst zu erstellen. Doch die Mehrheit der Unternehmen besitzt dafür nicht die nötigen Ressourcen. Sie beziehen ihre Inhalte stattdessen aus externen Quellen: entweder direkt von Verlagen oder über neutrale Handelsplattformen für digitalen Content.

Verlagslösungen sind oft aufwändig und unflexibel

Viele Verlage haben auf den gestiegenen Content-Bedarf der Unternehmen bereits reagiert und bieten ihre Inhalte über spezialisierte Tochtergesellschaften zum Kauf an. So zum Beispiel die Axel Springer Syndication GmbH, die Inhalte aus den Axel Springer Publikationen vertreibt, oder der Thieme-Verlag, der seine medizinischen Fachinhalte an Business-Kunden verkauft. Einige Verlagshäuser bieten sogar spezielle Baukastensysteme für Homepages an. Damit können beispielsweise Ärzte einen eigenen Internetauftritt einrichten, der dann automatisch mit aktuellen News aus dem Verlagsprogramm gespeist wird. Auf diese Weise erhalten Unternehmen zwar Zugriff auf professionelle Inhalte, doch haben solche Baukastensysteme den Nachteil, dass man auf das Angebot des jeweiligen Verlags beschränkt ist. Zudem sind solche Verlagslösungen meist nicht kompatibel mit gängigen CMS: Wer das Angebot nutzen will, muss einen komplett neuen Internetauftritt einrichten. Der Aufwand für die Implementierung und die damit verbundenen Kosten sind meist hoch.

Die Alternative: Neutrale Handelsplattformen für digitalen Content

Verlags- und Netzwerklösungen werden den Bedürfnissen der Website Betreiber somit oft nicht gerecht. Diese benötigen flexible, kostengünstige Lösungen, die sich leicht in bestehende Systeme integrieren lassen und die Möglichkeit bieten, Inhalte an die Bedürfnisse ihrer Zielgruppe anzupassen. Eine sinnvolle Alternative bieten hier Handelsplattformen wie Contiago, die sich auf „Content-Syndication“, also den Handel von Inhalten und deren mehrfache Verwertung, spezialisiert haben. Diese Plattformen decken ein breites Spektrum an Themen ab. Über einen Content-Feed beziehen die Unternehmen ihre Inhalte und können dabei individuell entscheiden, was sie in ihre Website übernehmen wollen und was nicht. Mittels Plugin werden die ausgewählten Beiträge direkt in die Website eingebunden. Das reduziert den Arbeitsaufwand für den Abnehmer deutlich. Für eine hohe Akzeptanz sorgt auch die zugrundeliegende Technik: Das für die Nutzung der Plattform nötige Schnittstelle ist mit allen gängigen Content-Management-Systemen kompatibel.

Chancen des B2B-Handels für Content-Anbieter

Verlage, Verbände und Unternehmensnetzwerke verfügen über einen riesigen Fundus an professionellen Content, der für kommerzielle Websitebetreiber von Interesse ist. Der B2B-Handel gibt ihnen die Gelegenheit, in einem dynamischen Markt durch Zweit- und Drittverwertung ihrer Inhalte Gewinne zu realisieren. Die Nutzung neutraler Handelsplattformen ist dabei auch für sie äußerst bequem, da sie durch den Content Händler bei der Verbreitung ihres Contents unterstützt werden, etwa durch Nachfragebündelung, Rights Clearing, technische Dienstleistungen und Marketing. Damit erhöht sich die Markt- und Markenpräsenz der Verlage erheblich, da die Inhalte von einem breiten Kundenspektrum wahrgenommen werden.

Die Vorteile von Contiago für Content-Anbieter im Überblick:

• Die Zweit- und Drittverwertung redaktioneller Inhalte bietet neue Umsatzpotenziale.
• Sie erhalten wertvolle Insights über die Nutzung des Contents.
• Ihre Urheberrechte bleiben jederzeit gewahrt.
• Sie steigern ihre Markenbekanntheit und erreichen neue Zielgruppen.
• Geringe Kosten erleichtern den Einstieg in die B2B-Content-Vermarktung.
• Standardtechnologien ermöglichen einen problemlosen Datenaustausch und eine schnelle Implementierung,

Handelsplattformen für digitalen Content bieten Verlagen somit viel Potenzial, um neue Absatz-wege zu erschließen.

Hier erfahren Sie mehr über die Vorteile von Contiago für Verlage.