Tag - Verlagshäuser

Wie Verlage vom Podcast-Boom profitieren

Die Medienhäuser sind im Podcast-Fieber: Ob Spiegel, BILD oder SZ – zahlreiche Publisher haben in den vergangenen Monaten neue Audioformate auf den Markt gebracht. Sie hoffen dadurch vor allem auf mehr Reichweite beim jungen Publikum.

Podcasts sind der große Audiotrend der letzten zwei Jahre. Fast ein Viertel aller Deutschen hört mittlerweile regelmäßig streambare Audiobeiträge, wie eine Bitkom-Umfrage zeigt. 2016 waren es nur 14 Prozent. Besonders stark ist die Hörerschaft bei den 30- bis 49-Jährigen gestiegen. Der Grund für die wachsende Beliebtheit: Anders als Texte oder Videos funktionieren Podcasts an jedem Ort und lassen sich bei vielen Tätigkeiten nebenbei konsumieren. Außerdem trägt jeder heutzutage mit seinem Smart-phone das ideale Abspielgerät mit sich. Bei Videos ist das Handy meistens nur die zweit- oder drittbeste Lösung. Die geringen Eintrittsbarrieren führen auch dazu, dass Podcasts nicht nur junge technikaffine Nutzer erreichen, sondern auch die ältere Generation.

Beliebtheit von Podcasts

Abb. 1: Immer mehr Deutsche hören Podcasts (Quelle: Bitkom/statista_com)

Verlagshäuser mit Vertrauensvorsprung

Podcasts werden somit zu einem immer wichtigeren Bestandteil der deutschen Medienlandschaft. Das haben auch die Publisher erkannt: In den Charts von iTunes und Spotify sind inzwischen viele Verlagsangebote zu finden. Allein der Zeit-Verlag hat zehn Podcasts zu unterschiedlichen Themen im Sortiment, bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ geht es um Gesundheit und Justiz, die SZ bietet fünf Formate an, die vorhandene Nachrichten und Reportagen aufbereiten und Spiegel Online, einer der Pioniere im Podcast-Markt, macht sich in der Politik auf „Stimmenfang“, zusätzlich gibt es einen Debatten-, einen Technik- und einen Reporter-Podcast.

Die großen Medienhäuser haben dabei einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Podcast-Anbietern: Über ihre gut frequentierten Online-Kanäle können sie die Formate einem großen Publikum präsentieren und sind nicht von Spotify & Co. abhängig. Außerdem stehen sie für Qualitätsinhalte und genießen damit einen Vertrau-ensvorsprung – ein wichtiger Aspekt um sich im wachsenden Markt durchzusetzen.

Serviceangebot fürs Publikum

Die Medienhäuser sehen die Audio-Angebote vor allem als Weg, um neue Zielgruppen zu gewinnen. Gerade jüngere Nutzer lassen sich mit Printprodukten kaum noch erreichen, haben aber eine hohe Affinität zu Streaming-Angeboten. Für sie stellen die Verlagspodcasts einen echten Mehrwert da. Bei Reisen oder unterwegs, beim Putzen und Aufräumen und beim Sport greifen sie laut Bitkom-Studie gerne auf dieses Format zu. Und Nachrichten und Politik (43 Prozent) ist dabei die beliebteste Themensparte.

Doch nicht nur für Nachrichtenredaktionen, auch für kleinere Fachverlage bieten sich Podcasts an, um Nischen zu bedienen. Podcasts sind hier das Kontrastprogramm zu Snackable Content: Sie gehen in die Tiefe – und das ist genau das, was das Fachpubli-kum interessiert.

Inwiefern sich die Audio-Bemühungen der Verlage am Ende auch monetarisieren las-sen, ist allerdings offen. Werbeeinblendungen oder gesponserte Podcasts sind hier ein nahe liegender Weg, für den eine besonders hohe Werbeakzeptanz spricht. Eine andere Möglichkeit, um mit Podcasts Geld zu verdienen, ist das Lizenzgeschäft: Verlage können zum Beispiel über die Amazon-Tochter Audible bestimmte Formate exklusiv für zahlende Kunden anbieten. Der Spiegel, brand eins und die Bunte nutzen diese Möglichkeit bereits. Podcasts sind somit für Verlage nicht nur ein zusätzliches Serviceangebot für ihre Leser, sondern auch ein interessantes, neues Geschäftsmodell.

Mit Data Analytics zum richtigen Konzept

Der Podcast-Boom wird anhalten und für die Entwicklung des Verlagsgeschäfts bedeutsam sein. Davon sind 75 Prozent der Verleger weltweit überzeugt – so das Reuters Institute for the Study of Journalism in seiner aktuellen Studie. Podcasts entwickeln sich daher zum „Must-have“ für Verlage. Entsprechend wollen 38 Prozent der deut-schen Zeitschriftenverlage noch 2019 neue Podcast-Formate launchen. Dabei sollten sie allerdings strategisch vorgehen: Das Format muss zur eigenen Corporate Identity und zum sonstigen Angebot passen. Mord und Totschlag sind beispielsweise für die Bild genau richtig, während ein Technologie-Podcast gut zu SpOn passt. Um hier die richtigen Themen zu finden, sollte man sich intensiv mit den Interessen und Nutzungs-gewohnheiten des Publikums beschäftigen. Contiago bietet Medienhäusern daher eine Plattform, über die sie ihre redaktionellen Inhalte an Unternehmenskunden vertreiben und gleichzeitig analysieren können, wie diese den Content nutzen. So gewinnen sie nicht nur Reichweite, sondern auch wertvolle Erkenntnisse darüber, welche Themen und Formate beim Publikum funktionieren und welche nicht.

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